Grexit-Kuh vom Eis, EUR/CHF dennoch auf dünnem Eis
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Grexit-Kuh vom Eis, EUR/CHF dennoch auf dünnem Eis

Griechenlands Regierung fordert nicht länger einen Schuldenschnitt. Der Kurs des Euros steigt daraufhin von 1,0460 Franken auf 1,0520 Franken. Der Schweizer Franken bleibt trotz der Zugeständnisse aus Athen im geopolitischen Würgegriff. Die USA ziehen Waffenlieferungen an die Ukraine in Erwägung, während die Schweizer Notenbank 54 Milliarden Franken pumpt.

Eine Woche nach seiner Ernennung zum griechischen Ministerpräsidenten macht Alexis Tsipras die Rolle rückwärts. Athen werde nicht mehr die Streichung griechischer Staatsschulden fordern, sagt sein Finanzminister Varoufakis in einem Interview mit der Financial Times. Die Chancen für einen Euro-Austritt Griechenlands (Grexit) gehen mit diesem Zugeständnis dramatisch zurück.

Die griechischen Spitzenpolitiker poltern nicht länger gegen Angela Merkels Spar- und Reformpolitik. Nun heißt es in einem versöhnlichen Ton: "Die derzeitige Sparpolitik müsse von Grund auf neu angegangen werden." Für das Schuldenschnitt-Zugeständnis will Varoufakis frisches Geld, was er wie folgt ausdrückt: "Gebt uns dazu etwas finanziellen Spielraum".

Stellvertreterkrieg

Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten alljährlichen Sicherheitskonferenz in München erwägen die USA Waffenlieferungen im Umfang von drei Milliarden Dollar an die Ukraine. Ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland in der Ukraine könnte dazu führen, dass noch mehr Geld in die politisch neutrale Schweiz fließt.

Derweil hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach der plötzlichen Mindestkurs-Aufgabe weiterhin alle Hände voll zu tun, einer zu starken Aufwertung des Schweizer Franken mithilfe von Euro-Aufkäufen entgegenzutreten.

Die Sichteinlagen der schweizerischen Banken bei der SNB kletterten in den letzten vier Wochen von 329,06 Milliarden Franken auf 383,33 Milliarden Franken. Der Anstieg ist ein Indiz dafür, dass die Schweizerische Nationalbank 54 Milliarden Franken über die Notenpresse schöpfte und gegen Euros einwechselte.

Aufgrund der derzeit niedrigen Handelsvolumina im EUR/CHF-Devisenpaar lässt sich durchaus argumentieren, dass 1 Euro derzeit lediglich 1 Franken oder weniger wert wäre, hätte die SNB nach der Mindestkurs-Aufgabe nicht 54 Milliarden Franken zur Stützung der Gemeinschaftswährung in die Märkte gepumpt.

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