EUR/CHF knistert: Schweiz muss EZB-Salamitaktik kontern
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EUR/CHF knistert: Schweiz muss EZB-Salamitaktik kontern

Der Euro bleibt vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sehr nahe am Mindestkurs. Das dürfte sich schlagartig ändern, sollte sich Notenbankchef Thomas Jordan von seiner Geldpolitik der ruhigen Hand verabschieden. War der jüngste Anstieg des Euros auf 1,2045 Franken nach der Ablehnung der Goldinitiative nur ein Vorgeschmack?

Aktuell notiert das EUR/CHF-Paar bei 1,2020. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist momentan dabei die Öffentlichkeit auf den Kauf von Staatsanleihen (QE) vorzubereiten. EZB-Chef Mario Draghi nutzt jeden Vorwand, um Deflationsgefahren herauf zu beschwören. Dies ist ein Indiz dafür, dass der Italiener QE unbedingt will.

Mittlerweile müssen auch die Ölmärkte herhalten, um Draghis Deflationsgefahren, die von vielen Ökonomen als absurd bezeichnet werden, zu rechtfertigen. "Wir verfolgen die Auswirkungen der jüngsten Ölpreisentwicklung besonders aufmerksam", sagte Draghi nach der letzten EZB-Sitzung. Er warnte, die bereits niedrige Inflation könnte weiter sinken, sollte sich der Preisverfall am Erdölmarkt fortsetzen.

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Die SNB dürfte sich längst darauf eingestellt haben, dass die EZB inzwischen eine Geldpolitik wie einst die Banca d'Italia betreibt. Das den Deutschen bei der Schaffung des Euros versprochene Bundesbankmodell haben Draghi und seine südeuropäischen Notenbankkollegen in den letzten Jahren nach dem Prinzip der Salamitaktik abgeschafft.

Für Notenbankbeobachter ist es eine ausgemachte Sache, dass SNB-Chef Thomas Jordan Mario Draghi erst etwas entgegensetzen wird, wenn der Italiener mit dem Kauf von Staatsanleihen beginnt. Proaktives Handeln war in den letzten Jahren nicht die Sache der Schweizerische Nationalbank. Dennoch besteht ein Restrisiko. So könnte Jordan die Einführung von Negativzinsen in der Schweiz ankündigen, was zu einem Anstieg des Euros über 1,21 Franken führen dürfte.

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