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Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>

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Montag, 25. September 2017

Die Tücken des deutschen Wahlergebnisses für den EUR/CHF-Kurs

Der Schweizer Franken könnte einer der Hauptgewinner der Wahlen in Deutschland sein, da sich die SPD an der neuen Regierung nicht beteiligen werde. Ferner sagt das Wealth Management der UBS: Die Abschwächung des Schweizer Frankens gegen den Euro sei "überdehnt". In Europa gebe es noch einige strukturelle Probleme, die die Politik bisher nicht anging. (Quelle: Bloomberg)

Indes hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im September überraschend eingetrübt, wie des Münchner Ifo-Instituts mitteilt. Die aus dem Wahlergebnis und der sich abzeichnenden, langwierige Regierungsbildung herrührende Unsicherheit ist in den aktuellen Geschäftsklimadaten noch nicht enthalten.

Deutschland wird eine handlungsfähige Regierung wohl erst zu Ostern 2018 haben. Sondierungsgespräche, Koalitionsverhandlungen usw. dürften sich bis Weihnachten hinziehen. Danach wird das neue Bündnis, bestehend aus CDU/CSU, FDP und Grünen, 100 Tage brauchen, um sich mit dem Regieren vertraut zu machen.

"Die AfD im Deutschen Bundestag schadet unserem Land", sagt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Mehr als 20% der deutschen Wähler habe mit der AfD und der Linken für radikale Parteien an den politischen Rändern gestimmt. Das sei kein gutes Ergebnis für die Republik, so Außenhandelspräsident Anton Börner. Die Arbeitgeber fordern eine schnelle Regierungsbildung. (Quellen: Reuters, Dow Jones)

Das kann in den nächsten vier Jahren noch richtig ungemütlich für Angela Merkel werden, bedenkt man, dass die Bundestagswahl im Lichte eines sehr kräftigen Wirtschaftswachstums und dicken Haushaltsüberschüssen stattfand. Nichtsdestoweniger hat ein Fünftel des Stimmvolkes einigermaßen radikal gewählt.

Sollte sich die Konjunktur abkühlen, die Arbeitslosigkeit steigen, kein Geld mehr für Erhöhungen der Sozialleistungen vorhanden sein und sich die innere Sicherheit verschlechtern, dann wird Angela Merkel massiv unter Druck geraten.



Ideenstaubsauger wiedergewählt, Euro-Feinde belasten Bondmarkt

Der EUR/CHF-Kurs hat keine Probleme mit der Wiederwahl Angela Merkels. Er notiert stabil bei 1,1580 und steht in den Startlöchern der Höchstmarke der letzten Woche bei 1,1623 entgegenzurennen. Man darf nun gespannt sein, wie lange die Kanzlerin, die von ihrem Herausforderer Schulz als "Ideenstaubsauger" bezeichnet wird, braucht, eine neue Regierung zu bilden.

Am Markt für Euro-Staatsanleihen ist die Stimmung bedrückt. Weil dem neuen Bundestag 94 Parlamentarier aus der AfD angehören, jener Partei, die gegründet wurde, um den Euro zu zerpflücken, steigen die Risikoaufschläge. Die Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen Staatsanleihen aus Deutschland gegenüber ihren Pendants aus Italien weitet sich von 1,64% auf 1,67% aus. Im Fall von Spanien gibt es einen Anstieg von 1,05% auf 1,08%.




Euro geht über 1,16 Franken auf Rekordjagd - Newsticker KW 38/2017