War es das?
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War es das?

Die Mini-Rallye des Euros wird von einer weiteren Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA und China unterbrochen. Zunächst läuft alles nach Plan. Der Euro klettert mit 1,0930 Franken auf den höchsten Stand seit zwei Wochen. Dann fällt er zurück. "Die US-Seite wird den Schmerz spüren", lässt die Regierung in Peking über ihr Sprachrohr, die Zeitung "Global Times", ausrichten. Trump reagiert fuchsteufelswild.


"Unsere großartigen amerikanischen Unternehmen wird hiermit befohlen, sofort damit zu beginnen nach einer Alternative für China Ausschau zu halten." In einer weiteren Twitter-Nachricht bezeichnet Trump den chinesischen Staatschef Xi als Feind. Neben dem Schweizer Franken ist auch der als sehr sicher geltende Japanische Yen gefragt. Der Goldpreis klettert binnen wenigen Stunden um 35 Dollar auf 1.530 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Langsam sollten sich die Europäer darauf einstellen, dass sie bald vor die Wahl gestellt werden. Sollte Corporate America dem Befehl Trumps nachkommen und dieser nächstes Jahr wiedergewählt werden, dürfte die US-Regierung knallhart werden. Man dürfte dann die in den USA tätigen ausländischen Firmen vor die Wahl stellen:

"Entweder ihr macht Geschäfte mit China oder mit den USA. Beides geht ab sofort nicht mehr."

Deutschland kann dann einpacken. Kein anderes Land hat seinen wirtschaftlichen Wohlstand so sehr von Warenexporten in die USA und China abhängig gemacht. Wer glaubt, dass es nicht so weit kommen wird, sollte der Regierung in Singapur lauschen. Hier gibt es seit Jahren Stimmen, die sagen, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, an dem man sich für die USA oder China entscheiden muss.

🔗Singapore PM Says Asean May Need to Choose Between U.S. and China

Auch der inzwischen verstorbene deutsche Altkanzler Helmut Schmidt hat vor dem hohen deutschen Exportüberschuss im Handel mit den USA gewarnt. Er sagte schon vor Jahren: Sollte Deutschland den Exportüberschuss nicht zurückführen, würden es die USA machen. Das Problem ist nicht nur Angela Merkel, ihre fehlende Ambition das Land wirtschaftlich ausgewogener auszurichten und ihr mangelndes Verständnis für die für Deutschland so wichtige Ordnungspolitik.

Die EZB hat den Euro zu sehr abgewertet. Dies führte im Gegenzug dazu, dass Deutschland noch mehr exportieren konnte und inzwischen den weltweit höchsten Leistungsbilanzüberschuss ausweist. Die Merkel-Regierung hätte Draghi längst eine Ohrfeige geben müssen. Sie tut aber nichts. Es gibt viele Maßnahmen den EZB-Professoren die Grenzen aufzuzeigen.

Beispielsweise könnte Berlin sagen, den Wahnsinn mit den Negativzinsen machen wird nicht mit. Platziert der deutsche Staat Staatsanleihen, gibt es darauf mindestens einen 0%-Kupon. Diese Maßnahme würde den Bundesanleihe-Zins hochbringen, und mit ihm die Zinsen auf südeuropäische Staatsanleihen. Der Euro würde von einem deutschen Mindest-Kupon und steigenden Euro-Zinsen profitieren. Deutschlands Exportüberschuss mit den USA ginge zurück.