EUR/CHF-Kurs geht die Puste aus - KW 39/2017
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EUR/CHF-Kurs geht die Puste aus - KW 39/2017

Samstag, 30. September 2017

EUR/CHF-Kurs mit schwacher Handelswoche

Rabenschwarze Woche für den Euro: Er schließt bei 1,1435 Franken, nachdem der die Handelswoche bei 1,1550 Franken begann und kurz auf 1,1590 Franken klettern konnte.

Die hohe Risikobereitschaft an den Finanzmärkten, wie sie sich in Rekordständen für MDax, S&P 500 und weiteren Aktienbarometern widerspiegelt, spräche eher für einen Anstieg des Euros gegen den Franken als für einen Rückgang.

Es kommt aber anders. Der ein oder andere fühlt sich an letztes Jahr erinnert, als es für den Euro mit Beginn des 4. Quartals von 1,10 auf 1,07 Franken nach unten ging.

Weiterlesen: EUR/CHF-Ausblick 2026


Freitag, 29. September 2017

Schweizer Wirtschaft schaltet Gang hoch

  • Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft haben sich September aufgehellt. Es sei mit einem "anhaltend lebhaften Wirtschaftswachstum zu rechnen", erklärt die Konjunkurforschungsstelle (KOF) in Zürich. Besonders gut laufe es in der Industrie, also jenen Wirtschaftszweig, der vom Aus der Euro-Stützgrenze bei 1,20 Franken vor zweieinhalb Jahren besonder hart getroffen wurde.

  • Eine Schrumpfkurs stehe dem Bankensektor in der Eurozone voraus, sagt Daniele Nouy, Chefin der EZB-Bankenaufsicht. Einige Finanzinstitute würden aus diesem Prozess schlanker hervorgehen, andere dürften sich zusammenschließen. "Und andere wiederum könnten dennoch scheitern", erläutert die Französin in Madrid laut einer Reuters-Meldung.

  • Die Inflationsrate in der Eurozone enttäuscht. Nach erster Schätzung von Eurostat lagen die Verbraucherpreise im September 2017 um 1,5% höher als im September 2016. Ökonomen hatten mit 1,6% gerechnet. Damit steigen die Chancen, dass die EZB das gesamte Jahr 2018 Staatsanleihen kauft, was es dem Euro erschweren würde, noch einmal deutlich über die vor einer Woche bei 1,1623 Franken erreichte Höchstmarke zu steigen.


Donnerstag, 28. September 2017

EZB im Münchhausen-Modus

Der Euro klettert nach einem Bericht über die Eindämmung der ultralockeren Geldpolitik auf 1,1470 Franken. Ein Tagesschluss auf oder über diesem Niveau würde ein Anstieg auf 1,15-1,16 nahelegen. Ansonsten dürfte es auf ein Test des Wochentiefs bei 1,1407 hinauslaufen.

Im EZB-Rat gebe es Diskussion, wie man aus dem Ankauf von Staatsanleihen aussteigen solle, berichtet Reuters. Ein Teil der Ratsmitglieder, unter ihnen wohl die Vertreter Deutschlands und der Niederlande, wollten ein verbindliches Ablaufdatum festlegen. Die Tauben sperrten sich dagegen.

"Wir reden über eine Neujustierung unserer Maßnahmen. Ich spreche hier nicht über einen Ausstieg und will der Entscheidung des Rats nicht vorgreifen", sagt EZB-Chefvolkswirt Peter Praet.

Es ist zu vermuten, dass es sich um eine Scheindiskussion handelt. Die von Reuters zitierten Insider sollen den Eindruck einer Diskussion erwecken, obwohl längst klar ist, dass es ein Ablaufdatum nicht geben wird.

Die EZB unter Draghi trifft keine regelbasierten, sondern willkürliche Entscheidungen. Es ist ein ständiges Taktieren. Eine Ausstiegsstrategie aus der ultralockeren Geldpolitik liegt nicht vor.

Wegen des Konjunkturaufschwungs fühlt sich der Italiener darin bestätigt. Draghi lobte sich unlängst dafür, mit seiner Geldpolitik sechs Millionen Arbeitsplätze geschaffen zu haben.




Aktuelle EUR/CHF-Prognosen reichen von 1,07 bis 1,20

Die Gefahr eines Rückfalls des Euros auf 1,1260 Franken dürfte für Erste gebannt sein. Hintergrund: Das Risk Reversal (s. u.) erhöht sich von -0,50% auf -0,35%. Hinzu kommt ein kräftige Zinsanstieg bei 10-jährigen Staatsanleihen aus Deutschland von 0,40% auf 0,50%. Ein weiteres gutes Omen ist die Erholung des Euro-Dollar-Kurses auf knapp 1,18. Der EUR/USD-Wechselkurs war zuvor von 1,20 auf 1,17 in den Keller gerauscht.

"Emmanuel Macron und Angela Merkel haben die politische Macht, dem Euro längerfristig zu neuer Stabilität zu verhelfen", sagt die St.Galler Kantonalbank. Sie hat ihre 3-Monats-EUR/CHF-Ausblick von 1,1050 auf 1,1250 angehoben. Auf Einjahressicht sieht man den Euro schwächer bei 1,07-1,12 Franken. Die Kantonalbank bleibt damit im Lager der Pessimisten.

Die Optimisten, unter ihnen die Bayerische Landesbank und Europas größte Bank HSBC, rechnen mit einem Anstieg des Euros auf 1,16-1,20 Franken. Allerdings hapert es mit der Güte. Die Devisenexperten beider Geldhäuser haben beim EUR/CHF-Kurs in den letzten Jahren oft durchweg falsch gelegen mit ihren Prognosen.


Mittwoch, 27. September 2017

EUR/CHF-Ausblick: Ist bei 1,14 Schluss oder geht es tiefer?

Eine etwas verhaltene Kaufwelle trägt den Euro von 1,1410 auf 1,1460. Die Banken haben an die Privatwirtschaft im August so viele Kredite wie letztes Mal vor acht Jahren ausgereicht, meldet die EZB. Das ist ein klares Indiz dafür, dass sich die wirtschaftliche Erholung der Eurozone verstärkt und verbreitert.

Das Risk Reversal (1 Monat), ein zuverlässiger Frühindikator, der Anstiege und Rückgänge des EUR/CHF-Kurses oft vorwegnimmt, sinkt im Lichte des Wahlergebnisses in Deutschland von -0,25% auf -0,50%. Der negative Wert zeigt, dass es der Euro künftig schwerer haben wird, Kursgewinne gegen den Schweizer Franken zu erzielen.

Der Devisenoptionsmarkt signalisiert die Fortsetzung einer bei 1,1623 Franken begonnen Rückwärtsbewegung. Man muss daher ein Absinken des Euros auf die wichtige Unterstützung bei 1,1260 Franken auf dem Zettel haben.




Dienstag, 26. September 2017

Euro ohne Chance auf 1,20 Franken, sagt UBS

Der Euro hält sich am Dienstagabend mit Ach und Krach über 1,14 Franken. "Einen Euro-Franken-Kurs von 1,20 werden wir meiner Einschätzung nach nicht sehen", sagt Thomas Flury von der UBS cash.ch. Der Währungsexperte hatte die Sommerrallye des EUR/CHF-Kurses kommen sehen und geht nun vom Gaspedal. Die Devisennotierung werde in den nächsten drei Monaten zwischen 1,12 und 1,16 schwanken, so seine Einschätzung.

Nachdem es für den Euro in der letzten Woche auf 1,16 Franken hoch ging, könnte es als nächstes ein Rückgang auf 1,12 anstehen. Eine EU-Grundsatzrede des französischen Präsidenten Macron bringt keinen Befreiungsgschlag. In Anbetracht der vielen neuen Behörden, Aufsichten und Verzahnungen, die Macron fordert, kommt man zu der Schlussfolgerung, dass der institutionelle Zustand der EU stark zu wünschen übrig lässt.

Der Euro ist auch gegen den US-Dollar, Japanischen Yen und Britisches Pfund momentan ein Verkaufskandidat. Noch kann er aber von dem Speck zehren, den er im Frühjahr und Sommer auch gegenüber diesen Währungen angesetzt hat.



Freiheit statt Sozialismus: Euro-Warnlampe blinkt

Der Euro sackte am Montagabend auf 1,1410 Franken ab, nachdem er am Freitag noch bis zu 1,1623 Franken gekostet hatte. Am Tag zwei nach der deutschen "Rumms-Wahl", wie sie die "Bild"-Zeitung nennt, notiert der EUR/CHF-Kurs wieder etwas fester bei 1,1460. Die angestrebten Euro-Reformen gehen in die falsche Richtung.

In Finanzkreisen schießt man sich auf Merkels potenziellen Koalitionspartner, die FDP ein, als sie einer tiefere Integration der Eurozone (Fiskalunion) im Weg stehen soll. Die Vermögensverwalter haben offenbar den Euro-Rettern klargemacht, dass sie künftig nur Staatsanleihen aus schwachen Euroländern kaufen werden, wenn es neue Geldtöpfe gibt.

"Wir brauchen eine begrenzte gemeinsame Fiskalkapazität in der Euro-Zone, um einzelnen Mitgliedstaaten in Falle einer plötzlichen schweren Krise helfen zu können", erklärte der Chef des ESM-Rettungsschirms, erklärte Klaus Regling, unlängst im "Handelsblatt".

Statt mit der Fehlanreiz-Misswirtschaft in der Eurozone aufzuräumen, soll dieses System demnach gestärkt werden. Wenn man in Lissabon und Rom weiß, dass man Konjunktur-Euros aus Brüssel bekommt, wenn sich die Wirtschaft abkühlt, dann wird man auf kurz oder lang Voraussetzungen schaffen, um an die Geldtöpfe zu kommen.


Montag, 25. September 2017

Die Tücken des deutschen Wahlergebnisses für den EUR/CHF-Kurs

Der Schweizer Franken könnte einer der Hauptgewinner der Wahlen in Deutschland sein, da sich die SPD an der neuen Regierung nicht beteiligen werde. Ferner sagt das Wealth Management der UBS: Die Abschwächung des Schweizer Frankens gegen den Euro sei "überdehnt". In Europa gebe es noch einige strukturelle Probleme, die die Politik bisher nicht anging. (Quelle: Bloomberg)

Indes hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im September überraschend eingetrübt, wie des Münchner Ifo-Instituts mitteilt. Die aus dem Wahlergebnis und der sich abzeichnenden, langwierige Regierungsbildung herrührende Unsicherheit ist in den aktuellen Geschäftsklimadaten noch nicht enthalten.

Deutschland wird eine handlungsfähige Regierung wohl erst zu Ostern 2018 haben. Sondierungsgespräche, Koalitionsverhandlungen usw. dürften sich bis Weihnachten hinziehen. Danach wird das neue Bündnis, bestehend aus CDU/CSU, FDP und Grünen, 100 Tage brauchen, um sich mit dem Regieren vertraut zu machen.

"Die AfD im Deutschen Bundestag schadet unserem Land", sagt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Mehr als 20% der deutschen Wähler habe mit der AfD und der Linken für radikale Parteien an den politischen Rändern gestimmt. Das sei kein gutes Ergebnis für die Republik, so Außenhandelspräsident Anton Börner. Die Arbeitgeber fordern eine schnelle Regierungsbildung. (Quellen: Reuters, Dow Jones)

Das kann in den nächsten vier Jahren noch richtig ungemütlich für Angela Merkel werden, bedenkt man, dass die Bundestagswahl im Lichte eines sehr kräftigen Wirtschaftswachstums und dicken Haushaltsüberschüssen stattfand. Nichtsdestoweniger hat ein Fünftel des Stimmvolkes einigermaßen radikal gewählt.

Sollte sich die Konjunktur abkühlen, die Arbeitslosigkeit steigen, kein Geld mehr für Erhöhungen der Sozialleistungen vorhanden sein und sich die innere Sicherheit verschlechtern, dann wird Angela Merkel massiv unter Druck geraten.



Ideenstaubsauger wiedergewählt, Euro-Feinde belasten Bondmarkt

Der EUR/CHF-Kurs hat keine Probleme mit der Wiederwahl Angela Merkels. Er notiert stabil bei 1,1580 und steht in den Startlöchern der Höchstmarke der letzten Woche bei 1,1623 entgegenzurennen. Man darf nun gespannt sein, wie lange die Kanzlerin, die von ihrem Herausforderer Schulz als "Ideenstaubsauger" bezeichnet wird, braucht, eine neue Regierung zu bilden.

Am Markt für Euro-Staatsanleihen ist die Stimmung bedrückt. Weil dem neuen Bundestag 94 Parlamentarier aus der AfD angehören, jener Partei, die gegründet wurde, um den Euro zu zerpflücken, steigen die Risikoaufschläge. Die Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen Staatsanleihen aus Deutschland gegenüber ihren Pendants aus Italien weitet sich von 1,64% auf 1,67% aus. Im Fall von Spanien gibt es einen Anstieg von 1,05% auf 1,08%.




Euro geht über 1,16 Franken auf Rekordjagd - Newsticker KW 38/2017