EUR/CHF-Ausblick: Steiniger Weg ins goldene Jahrzehnt
+++ Euro wackelt: Rückgang von 1,1393 auf 1,1330 CHF (14:48 Uhr)
EUR/CHF-Kurs mit höchstem Stand seit Mindestkurs...>
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EUR/CHF-Ausblick: Steiniger Weg ins goldene Jahrzehnt

Die Verlustserie setzt sich fort: Der EUR/CHF-Kurs erleidet das vierte Wochenminus in Folge. Am Devisenoptionsmarkt gehen die Ersten auf Distanz zum Euro. Laut dem früheren Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gibt es dazu aber überhaupt kein Grund. Der Architekt des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken spricht von einem "goldenen Jahrzehnt für Europa".


1 Euro ist aktuell 1,0850 Franken wert. Vor vier Wochen war es bis zu 1,0986 Franken. Bisher fallen die Wochenverluste gering aus. Dies könnte sich nun ändern, da Händler am Devisenoptionsmarkt den Euro kritischer sehen. Die von Devisenstrategen eng beobachtete Kennzahl, das so genannte Risk Reversal für einmonatige, aus dem Geld liegende EUR/CHF-Optionen, sinkt.

Es ist der erste Rückgang seit knapp zwei Monaten. Im Zuge der Frankreich-Wahl und des steilen Anstiegs europäischer Aktien war das Risk Reversal nach oben geklettert. Dies ermöglichte einen Eurokurs bei 1,10 Franken Mitte Mai. Seit einigen Wochen ist allerdings die Luft raus. Aktuell signalisiert der Rückgang des Risk Reversals, dass es mit dem EUR/CHF-Kurs weiter bergab gehen sollte.

Bringschuld

"Europa hat die Aussicht auf ein goldenes Jahrzehnt", sagt Philipp Hildebrand, früherer Präsident der Schweizerischen Nationalbank im Interview mit dem Magazin "Spiegel". Zunächst müsse jedoch Frankreich seine strukturellen Probleme beheben und den Arbeitsmarkt reformieren. "Frankreich hat eine Bringschuld gegenüber Deutschland", so Hildebrand, der für den 5,4 Billionen Dollar schweren Vermögensverwalter Blackrock arbeitet.

Eine Kursüberhitzung an den Aktienmärkten liegt laut Hildebrand nicht vor. Er stellt fest: "Zehn Jahre nach der Finanzkrise befinden wir uns endlich weltweit in einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld. Die positive Dynamik, die aus solch einem in allen großen Volkswirtschaften synchronen Aufschwung entsteht, wird nach wie vor unterschätzt."

Demnach wäre weltweit noch jede Menge Wachstumspotenzial vorhanden. Der EUR/CHF-Kurs ist bei weitem nicht so gut drauf wie vor zehn Jahren, als er im Hoch bei 1,68 war. Der frühere SNB-Chef gilt als ein Verfechter des Draghi-Kurses, also des ständigen Eingreifens der Notenbanken. Der von ihm eingeführte Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken hatte sich als nicht durchsetzbar herausgestellt.