Franken-Kreditnehmer rollen Feld von hinten auf (1/2)
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Franken-Kreditnehmer rollen Feld von hinten auf (1/2)

"Franken-Kreditkunden nutzen das niedrige Zinsniveau im Euro und konvertieren zunehmend", teilt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich mit. Die Zinsen auf Euro-Fixzinskredite liegen deutlich unter den Garantiesätzen von Lebensversicherungen. In Österreich hat sich damit etwas Fundamentales geändert. Hohe Guthabenzinsen gleichen den Mindestkurs-Schock aus.

Beispiel 1: Clevere Konvertierung
Ein Häuselbauer hat im Jahr 2002 einen endfälligen Franken-Kredit im Gegenwert von 150.000 Euro mit einer Laufzeit von 25 Jahren aufgenommen. Den Kredit beabsichtigt er mit einer Lebensversicherung (Tilgungsträger) abzulösen.


Die Lebensversicherung wird mit 3,25% verzinst. Das entspricht dem Garantiezins in Österreich zwischen 2000 und 2003 (Garantiezins 2017: 1%). Um bis 2027 auf 150.000 Euro zu kommen, wurde eine monatliche Ansparleistung von 326 Euro vereinbart. Nach 15 Jahren ist der Tilgungsträger mit 75.412 Euro gefüllt.


Nun konvertiert der Häuselbauer von seinem Franken-Kredit in einen 10-jährigen Euro-Fixzinskredit. Er tut dies aus Angst vor einem dauerhaften Euro-Wechselkurs unter bzw. nahe 1,00 Franken.

Er wählt bewusst einen Euro-Fixzinskredit, da er sich auch bei den Zinsen vor einem neuen Waterloo fürchtet. Es könnte zu einem steilen Zinsanstieg kommen, zumal die Inflation bereits am köcheln ist. Dann möchte man nicht mit einem variablen Euro-Kredit dastehen.
  • Laut dem Magazin Gewinn bekommt man einen Euro-Fixzinskredit auf zehn Jahre für 1,875%, bei der Bank Austria sogar ab 1,625%. Das ist ein volles Prozent weniger als 2012, als 🔗 die Erste Bank versuchte, mit einem Fixzinskreditangebot von 2,9% Franken-Kreditnehmer in eine Euro-Finanzierung zu lotsen.

  • Ex-Franken-Kreditnehmer, die das Angebot der Ersten Bank seinerzeit annehmen, haben das Mindestkurs-Aus bravourös gemeistert, weil rechtzeitig konvertiert. Der Nachteil sind die hohen Zinsen. Einen auf den zweiten Blick nicht so guten Deal haben jene gemacht, die ihre Lebensversicherung kündigten und damit den Anspruch auf den hohen Garantiezins aufgaben.
Wegen dem Niedergang des EUR/CHF-Kurses ist es mit einem Fixzinskredit von 150.000 Euro nicht getan. Der Franken-Kreditnehmer muss in den sauren Apfel beißen und seine aufgehäuften Wechselkursverluste realisieren: Bei der Kreditaufnahme im Jahr 2002 war 1 Euro 1,45 Franken wert, aktuell sind es 1,07 Franken. Verlust: 53.271 Euro.

Daher wird ein Euro-Fixzinskredit über 203.271 Euro benötigt. Auf diese Summe sind 3.811 Euro Zinsen pro Jahr (1,875% von 203.271 Euro) bzw. 318 Euro pro Monat zu zahlen. Addiert man die Ansparleistung der Lebensversicherung von 326 Euro hinzu, liegt die monatliche Belastung bis 2027, wenn die Versicherungspolice ausgezahlt wird, um den Euro-Fixzinskredit zu tilgen, bei 644 Euro.

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