EUR/CHF-Ausblick: Nächste Woche Aufstieg
+++ Euro steigt auf 1,1380 Franken (16:51 Uhr)
Der Euro ist bei Spekulanten sehr begehrt...>
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EUR/CHF-Ausblick: Nächste Woche Aufstieg

Der Euro schlägt die nächste Sentiment-Pirouette, und so liegt ein Anstieg auf 1,08 Franken in der Luft. Hintergrund ist die positive Reaktion des EUR/CHF-Kurses auf die EZB-Pressekonferenz. Es knistert, weil sich der Euro ein wenig Luft verschaffen will und aus der steilsten Phase des Abwärtstrends ausbricht.

Geld machen mit der Notenpresse ist alternativlos. Eine schrittweise Reduzierung der Anleihekäufe kommt frühestens 2018, höhere Zinsen damit nicht vor 2019, signalisiert Mario Draghi. Anders als der EUR/USD-Kurs, der daraufhin deutlich fällt, macht der EUR/CHF-Kurs aus zwei Gründen gute Miene zum bösen Spiele:
  1. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kann es sich wegen der Nullinflation in der Schweiz leisten, die Zinsen länger bei 0% zu lassen als die EZB.

  2. Es hätte schlimmer kommen können. Draghi hat immerhin davon abgesehen, Zinserhöhungen für die laufende Dekade auszuschließen.


Abwärtstrends von Wechselkursen haben in der Regel drei Phasen: In der ersten Phase, wenn die Bären gerade das Kommando übernehmen, kann es zwar steil bergab gehen, so wie der Rückfall des Euro von 1,12 auf 1,08 Franken im Februar 2016 zeigt. Es sind aber auch ziemlich kräftige Gegenbewegungen (Retracements) zu beobachten. So kletterte der EUR/CHF-Kurs bis Mai 2016 zurück auf 1,11.

In der zweiten Phase nimmt das Gefälle zu, während die Retracements kleiner werden. In der dritten Phase geht es am steilsten bergab. Oft kommt es zum Ausbruch aus einem Trenkanal. Danach haben sich die Bären verausgabt. Die Chancen für ein Retracement steigen.

Aktuell befindet sich der EUR/CHF-Kurs in der dritten Phase. Wegen der ausgebliebenen Bildung eines tieferen Tiefs unter 1,0673 haben sich die Anzeichen zuletzt verdichtet, dass der Euro die rote Abwärtstrendlinie in den nächsten Tagen überwindet. Dadurch hätte er Potenzial an die Abwärtstrendlinie der zweiten Phase auf etwa 1,08 Franken heranzusteigen.