Eurozone: Hier dominiert Worst Practice und Notenbank-Sozialismus
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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Eurozone: Hier dominiert Worst Practice und Notenbank-Sozialismus

Der Euro lässt nach trügerischen Wachstumszahlen etwas die Muskeln spielen. Er steigt auf 1,0850 Franken. Das ist ein dreiviertel Rappen höher gegenüber der letzten Woche, als er auf 1,0788 Franken sank. In der Eurozone bleibt die Lage aber angespannt. Eine Wurzel allen Übels sind die Banken. Die andere: Frankreichs, Italien und Spanien beschäftigungsfeindliche Regierungen, die ihre Länder in die Sackgasse führen.

Das Wachstum der Eurozone hat sich im Juli geringfügig beschleunigt, meldet das Forschungsinstitut IHS Markit mit Verweis auf seinen Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleistungen. Schaut man genauer hin, macht sich jedoch Enttäuschung breit. Die Wachstumsimpulse kommen nämlich aus Deutschland und nicht etwa aus Frankreich, Italien und Spanien, also jenen Ländern, die aufholen müssten.

"Deutschland lieferte im Juli die stärksten Wachstumsimpulse", sagt der Markit Chef-Volkswirt Chris Williamson. "Frankreich stagnierte allerdings ein weiteres Mal und bremste damit die Währungsregion in entscheidendem Maße. Und auch in Spanien und Italien kam es zu einer Abkühlung, was zeigt, dass die politische Unsicherheit der Wirtschaft geschadet hat", so Williamson.


Was die Regierenden in Paris, Rom und Madrid machen, lässt sich als Totalverweigerung von Best-Practice-Verfahren bezeichnen. Warum können sich Hollande, Renzi und Rajoy nicht einmal an Beispiel an Ländern wie Tschechien oder Südkorea nehmen, wo die Arbeitslosigkeit bei 4% liegt und es Vollbeschäftigung gibt? Diese Volkswirtschaften wachsen spielerisch mit 2-3%, Schulden sind überhaupt kein Thema.

Willkommen im Sozialismus: So wie die DDR früher von der Sowjetunion mit Rohstoffen und aus Westdeutschland mit Krediten alimentiert wurde, werden die Worst-Practice-Länder der Eurozone von der Europäischen Zentralbank (EZB) mit subventionierten Krediten über Wasser gehalten.

Die zweite Wurzel allen Übels in der Eurozone sind freilich die Banken. Sie brauchen frisches Kapital, aber niemand weiß, woher das kommen soll. In Deutschland haben Banken Probleme mit Schiffskrediten, in Österreich mit Fremdwährungskrediten. In Italien, Spanien und Portugal sind es jede Menge fauler Unternehmenskredite, die oft nach dem Prinzip "Die eine Hand, wäscht die andere" vergeben wurden.