Monopoly-Spielen mit den Notenbanken bis in alle Ewigkeit
+++ Euro purzelt auf 1,0725 Franken +++
Der Franken bleibt deutlich überbewertet ;-)
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Monopoly-Spielen mit den Notenbanken bis in alle Ewigkeit

"The British Really Blew it!" Das war die Reaktion von Alan Greenspan auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten gleich nach dem Brexit-Votum. Nun, da sich die Lage erheblich entspannt hat, sind es wieder die Briten, die Unheil anrichten. Die Bank von England (BoE) verzichtet auf eine von den Märkten eingepreiste Leitzinssenkung. Der Euro ist zwar noch nicht bei 1,06 Franken, aber vielleicht erneut auf dem Weg dorthin.

Die auf Allzeithochs notierenden US-Aktienmärkte reagieren enttäuscht darauf, dass der nordamerikanische Zeitgenosse im Dienst der Bank von England, Mark Carney, den Leitzins bei 0,50% belässt. Der Eurokurs sinkt von 1,0945 auf 1,0880 Franken. Das Brexit-Tief vom Schwarzen Freitag (24. Juni 2016) bei 1,0620 Franken ist aber noch ein gutes Stück entfernt.

Das könnte sich schlagartig ändern, sollte auch die Bank von Japan (BoJ) es versäumen, den Märkten Zucker zu geben. Die Erwartungen, dass es in Japan bald neue Lockerungen flankiert mit Konjunkturprogrammen auf Pump gibt, sind extrem hoch. Greenspans Nachfolger, Ben Bernanke, stattete in dieser Woche Japans Ministerpräsident Shinzo Abe einen Besuch ab, um ihm Vorschläge für weitere Lockerungsmöglichkeiten zu unterbreiten.

Albtraum

Bernanke gilt als jemand, der die Meinung vertritt, dass sich so ziemlich alles lösen lässt, wenn man nur genügend Papiergeld druckt. Geht sein Plan nicht auf, nimmt Yellens Vorgänger gerne die Länder mit Exportüberschüssen als Sündenbock her. Weil Deutschland, Schweiz und Co. mehr exportieren als importieren, könne seine ultralockere Geldplitik nicht richtig wirken, wird dann von Bernanke gerne als Ausrede angeführt.

Wer das zu Ende denkt, kommt zu dem Ergebnis, dass die Notenbanken ein System glorifizieren, dass purem Sozialismus gleichkommt. Die, die noch innovativ sind und ihre Produktivität steigern, sollen bestraft werden. Die mittelmäßigen Verschuldungskünstler müssen subventioniert werden, weil sie ansonsten Minderwertkeitskomplexe bekämen und der trügerische Burgfrieden brechen würde.

In einem solchen System fehlt es an Investitionen, weil die meisten Leute lieber zu Hause vor ihrer Fernsehschrankwand bleiben. Die Notenbanken betreiben somit ein endloses Monopoly-Spiel. Jedesmal, wenn ein Schuldner über Los geht, drucken Sie für ihn mehr Geld und erhöhen sein Einkommen, weil der Schuldner mit dem, was er in der letzten Runde bekam, nicht mehr auskommt.