EUR/CHF-Kurs bei 1,15 oder 1,10? Ein Pro und Contra
+++ Euro steigt auf 1,0848 Franken (11:48 Uhr) +++
Exportüberschüsse Triebfeder des Euro-Anstiegs...>
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EUR/CHF-Kurs bei 1,15 oder 1,10? Ein Pro und Contra

Der Schweizer Franken kann aus der ultralockeren Geldpolitik im Euroraum kein Kapital schlagen. Zentrale Bewertungsindikatoren (Berechnungen des fairen Wechselkurses und der Kaufkraftparität) sprechen für eine dringend notwendiges Stärkerwerden des Euros, so die Optimisten. Alles in allem ist der Euro mit 1,10 Franken gut bedient, sagen hingegen die Realisten. Sie verweisen auf das gute Wachstumsumfeld in der Schweiz.

Gemäß den Wechselkursprognosen der Danske Bank wird der Euro in den nächsten zwölf Monaten auf 1,15 Franken steigen. Aus fundamentaler Sicht sei ein Anstieg des EUR/CHF-Kurses gerechtfertigt. Gemäß bankinternen Computer-Modellen wäre ein Eurokurs von 1,28 Franken gerechtfertigt. Die Kaufkraftparität, also ein Zustand, bei dem man mit gleich hohen Geldbeträgen dieselben Waren im Euroraum wie in der Schweiz kaufen könnte, liegt gemäß der Danske Bank bei 1,32 Franken.

Der Euro sank im Dezember 2015 auf eine Tief bei 1,0755 Franken. Es folgte eine rasche Erholung bis Anfang Februar 2016 auf 1,12 - dem höchsten Stand seit der Aufhebung der Stützgrenze bei 1,20. Mit dieser Rallye übernahm sich der Euro allerdings und so ging es im Vorfeld eines weiteren Lockerungspaketes der Europäischen Zentralbank (EZB) auf 1,08 bergab. Es folgte der bis heute andauernde langsame Anstieg auf 1,10 Franken.


"Zwar dürfte der Schweizer Franken vor dem Hintergrund des sich aufhellenden Schweizer Wirtschaftsumfeldes und wegen der mittlerweile sehr aggressiven Geldpolitik der EZB kurzfristig weiter an Boden gutmachen", heißt es in einem aktuellen Bericht der DZ Privatbank. Auf Sicht von zwölf Monaten rechne man jedoch nicht mit einem Absinken des EUR/CHF-Kurses, sondern mit einer Seitwärtsbewegung.

Fazit:
Die neuen Prognosen Danske Bank und der DZ Privatbank zeigen, dass die Banken dem Euro wieder etwas mehr zutrauen. Mit einem Rückfall auf 1,05 oder 1,00 (Parität), wie er von vielen Geldhäusern noch im letzten Jahr prognostiziert wurde, rechnen selbst die einer Aufwertung des Euros skeptisch gegenüber stehenden Experten der DZ Privatbank nicht.

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