EZB und Fed enthüllen konzertierte Hinterzimmer-Aktion
+++ Euro schließt bei 1,0774 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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EZB und Fed enthüllen konzertierte Hinterzimmer-Aktion

Der Schweizer Franken lässt sich nicht ködern. Das gleiche gilt für den als sicheren Hafen wahrgenommenen Japanischen Yen. Beide Währung werden trotz der höheren Risikoneigung infolge eines überraschend guten US-Arbeitsmarktberichtes stärker. Die Dr. Dooms suchen das Haar in der Suppe - und sie finden es. Handelt es sich um eine Pseudo-Erholung der Finanzmärkte, die auf einem Krisen-Telefonat von Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Chef Mario Draghi beruht?

Für 1 Euro werden wie schon zu Beginn der Woche 1,09 Franken bezahlt. Die Gemeinschaftswährung klettert zwar am Donnerstag mit 1,0952 Franken auf den höchsten Stand seit Mitte März. Sie muss allerdings ihre Gewinne wieder abgeben, nachdem bekannt wird, dass die Industriekonjunktur in der Schweiz zum ersten Mal seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken besser läuft als im Euroraum.

Während die Stärkephase des Frankens zum Euro auf guten Konjunkturdaten beruht, reiben sich Devisenexperten wegen den Kursen des US-Dollar zum Franken (USD/CHF) und Yen (USD/JPY) die Augen. Der Greenback hat das Nachsehen. Das ist angesichts eines ziemlich guten US-Arbeitsmarktberichtes erstaunlich. Im März wurden mehr als 200.000 neue Jobs geschaffen, die Stundenlöhne erhöhten sich und der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung (Participation Rate) stieg mit 63% auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.


Mario Draghi und Janet Yellen haben am Freitag, dem 12. Februar ein 40-minütiges Telefongespräch geführt, gibt die US-Notenbank (Fed) bekannt. Die Aktienmärkte befanden sich damals auf Tiefständen. Drei Tage später ging Draghi dann ins Europaparlament und signalisierte neue Lockerungsmaßnahmen. Weitere zwei Tage später lancierte die Fed in ihrem Sitzungsprotokoll, dass man weiteren Leitzinserhöhungen eine Absage erteile.

EZB und Fed wollen wohl unbedingt verhindern, dass es nach sieben Jahren mit steigenden Aktienmärkten nach unten geht. Fürs erste haben Draghi und Yellen dank des Offenhaltens der Geldschleusen gewonnen. Die wichtigen US-Aktienindizes liegen seit kurzen wieder höher als zu Jahresbeginn. Man darf gespannt sein, was die beiden beim nächsten Mal aus dem Hut zaubern. Draghi könnte dann sein Kaufprogramm von Staatsanleihen bis 2018 verlängern, Yellen auf Leitzinserhöhungen zur Gänze verzichten.

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