Wer gibt den Märkten Zucker nach Ostern?
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Wer gibt den Märkten Zucker nach Ostern?

Die Zentralbanken entscheiden die zweite Runde des Tauziehens für sich. Nach dem Ausverkauf zu Jahresbeginn verbessert sich die Lage an den Finanzmärkten. Mario Draghi und Janet Yellen geben den Märkten Zucker. Lässt sich ein Teufelskreis aus einer Konjunkturabkühlung und sinkenden Börsen auch nach Ostern abwehren?

Neben Europäischer Zentralbank (EZB) und Bank von Japan lockern auch kleinere Notenbank die Geldpolitik. In Ungarn, der Türkei und Taiwan wurden die Leitzinsen zuletzt gesenkt. Den Zentralbankern geht es darum, bereits den kleinsten Anzeichen einer Abkühlung der Realwirtschaft mit frischen Geldspritzen zu verhindern.

Die US-Notenbank (Fed) schaut ihr Inflationsziel von 2% etwas genauer an. Bedeutet es doch, dass man 50% der Zeit eine Inflation von weniger als 2% hat und 50% der Zeit von mehr als 2%. Weil die Inflation in den vergangenen Jahren stets deutlich niedriger war als von der Fed gewünscht, könnte man in den kommenden Jahren eine höhere Teuerung in Kauf nehmen. Das Ergebnis wäre eine anhaltend lockere Geldpolitik.

Es lässt sich durchaus sagen, dass Mario Draghi und Janet Yellen von den Börsianern versklavt wurden. Beide wollen so lange wie möglich die Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung an den Börsen aufrechterhalten. Zu groß ist die Furcht vor einem Aderlass an den Aktienmärkten, der die Realwirtschaft mit nach unten zöge, nicht zuletzt deswegen, weil Kursverluste dem US-Konsumenten die Laune verderben würde.

Nach Ostern geht es in die dritte Runde des Tauziehens, die dann wieder die freien Marktkräfte für sich entscheiden könnten. Denn eines wurde in den letzten Wochen deutlich: Die Märkte wollen immer mehr Zucker, die Notenbanken haben aber kaum noch welchen.


Das jüngste EZB-Lockerungspaket war etwa so stark, wie das vor einem Jahr, als Draghi mit dem Kauf von Staatsanleihen begann. Börsianern ist das aber nicht genug. Letztes Jahr um diese Zeit kletterte der Benchmark-Aktienindex für den Euroraum, der Euro Stoxx 50, von 3.043 auf 3.817 Zähler (+25,44%).

Dieses Jahr reichte es trotz einer weiteren Erhöhung der EZB-Bilanzsumme "nur" für einen Anstieg von 2.680 auf 3.092 Zähler (+15,37%). Aktuell liegt der Index unter 3.000 Punkten.