Euro klettert auf 1,0950 Franken - ist noch mehr drin?
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Euro klettert auf 1,0950 Franken - ist noch mehr drin?

Der aktuell bei 1,0950 Franken liegende Euro steht ganz im Bann der Geldpolitik. Die USA verordnen den globalen Finanzmärkten mehr Risikobereitschaft. Anleger behandeln den Schweizer Franken stiefmütterlich und lassen die Eurozone mit ihren Problemen davonkommen. Im Hintergrund brodelt es aber. Die Wirtschaftsstimmung in Euroland sinkt auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten. 1000-Franken-Scheine gehen weg wie warme Semmel.

Im Fokus am Devisenmarkt steht aktuell der EUR/USD-Kurs. Er steigt und steigt und steigt, nachdem die US-Notenbank (Fed) zum x-ten Mal nach der Finanzkrise eine Kehrtwende vollzog. Mit 1,1370 Dollar für einen Euro steht der Wechselkurs kurz davor den höchsten Stand in diesem Jahr zu erreichen. Bei Morgan Stanley rechnet man auf kurze Sicht mit Eurokursen von 1,15 bis 1,18 Dollar.

Das Stärkerwerden des Euros gegenüber dem US-Dollar zieht den EUR/CHF-Kurs mit nach oben. Solange die geldpolitisch bedingten Kapitalumschichtungen dominieren, interessieren sich Marktteilnehmer herzlich wenig für Konjunkturdaten. Das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen in den Konjunkturverlauf des Euroraums sank im März den dritten Monat in Folge, teilt die Europäische Kommission mit.


Es ist schon einigermaßen verwunderlich, dass die Wirtschaftsstimmung sinkt, hat doch die Europäische Zentralbank (EZB) zu Monatsbeginn ein umfangreiches Konjunkturpaket auf die Beine gestellt. Vor einem Jahr, als die EZB mit dem Ankauf von Staatsanleihen begonnen hatte, hatte sich das Klima in der Wirtschaft noch deutlich aufgehellt.

Besser sieht es in der Schweiz aus. Hier zeigen die Konjunkturindikatoren nach oben, und das obwohl die Schweizerische Nationalbank (SNB) einem im Vergleich zur EZB recht restriktiven Kurs fährt. Der UBS-Konsumindikator ist am steigen, während das KOF-Konjunkturbarometer im Februar und März auf den höchsten Ständen seit acht Monaten lag.

Der Schweizer Franken als sicherer Hafen ist keinesfalls aus der Mode, wie die sprudelnde Nachfrage nach 1000-Franken-Scheinen zeigt. Der Umlauf verdoppelte sich seit 2008. Die Nachfrage nach der teuersten Banknote der Welt hat zuletzt noch einmal deutlich zugenommen, weil die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt, den 500-Euro-Schein aus dem Verkehr zu ziehen.

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