Euro steigt auf 1,12 Franken: Neues Kursziel 1,20?
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0760 Franken +++
Der Franken bleibt deutlich überbewertet ;-)
Home » » Euro steigt auf 1,12 Franken: Neues Kursziel 1,20?

Euro steigt auf 1,12 Franken: Neues Kursziel 1,20?

Der Eurokurs klettert mit 1,1198 Franken auf den höchsten Stand seit zwölfeinhalb Monaten. Auch an anderer Stelle ist der Euro gefragt. Gegenüber dem US-Dollar steigt er auf 1,1185 und ist so teuer wie zuletzt im Oktober 2015. Bisher deutet nichts auf ein Wendemanöver hin. Weder die unter Dauer-Feuer stehenden Banken, noch ein die Notenpresse eng umarmender EZB-Chef Draghi können den Euro aufhalten. Läuft es auf eine Finanzblase und ein Überschießen des Euros auf 1,20 Franken hinaus?

Für Anleger sei nun eine gute Zeit Banken zu kaufen, sagt Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam im Gespräch mit dem Finanzkanal CNBC. Damit sich eine solche Investition als riskant herausstellen würde, müsste es schon eine Art Weltuntergang an den Finanzmärkten geben, so Thiam. Der seit einem halben Jahr stattfindende Ausverkauf europäischer Banken hat auch vor der zweitgrößten Bank der Schweiz nicht halt gemacht. Die Credit-Suisse-Aktie sinkt auf 12,95 Euro - nach 27,21 Euro im Juli 2015.

"Je länger die Inflation zu niedrig ist, umso größer ist die Gefahr, dass sich die Inflation nicht automatisch wieder dem Ziel annähert", sagt EZB-Präsident Mario Draghi bei einer Konferenz der Deutschen Bundesbank. "Wenn wir (die Tauben im EZB-Rat; Anm. d. Red.) den Willen haben, unser Ziel zu erreichen, dann haben wir auch die Mittel dazu (das Drucken ungedeckten Billiggeldes über die Notenpresse; Anm. d. Red.)", so Draghi.

Der Italiener vertritt die Auffassung, dass er mit der Schaffung von Billiggeld über die Notenpresse die Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöht. Seine Kritiker weisen dies entschieden zurück. Mit dem Kauf von Staatsanleihen würden Solvenzrisiken von Euroländern auf die EZB übertragen. Wenn eine Notenbank als Geldverleiher letztet Instanz auftrete, gehe das IMMER schief, wie Asienkrise 1997 und Sparkassen-Krise in den USA Mitte der 1980er Jahre zeigten.

Für Draghi könnte das Ackermann-Prinzip oder das Greenspan-Prinzip zur Geltung kommen. Soll heißen: Die Konsequenzen seines Handelns werden erst sichtbar, wenn er nicht mehr EZB-Chef ist. Bis dahin funktioniert das Billiggeld-Schneeballsystem. Die EZB ist eine Art Super-Bürgin für die Staatsschulden hochverschuldeter Euroländer wie Italien, Portugal und Griechenland.


Vor dem Platzen der letzten Finanzblase im Jahr 2008 kam es zu einem Überschießen des Euros auf 1,68 Franken. Dieses Mal wird es voraussichtlich nicht so weit nach oben gehen. Allerdings wäre ein Anstieg auf 1,20 Franken, wie er von der niederländischen Bank ABN Amro prognostiziert wird, wohl durchaus drin, bis Draghi in dreieinhalb Jahren von Board geht.