Schweiz kommt aus Teufelskreis nicht heraus
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Schweiz kommt aus Teufelskreis nicht heraus

Was haben Argentinien und die Schweiz gemeinsam? In beiden Ländern gibt es ein so genanntes "Schmutziges Floating". Die Notenbanken versuchen mit Nadelstich-Interventionen den Wechselkurs zu steuern. Das Schweizer Weichwährungs-Modell ist zum Scheitern verurteilt. Argentiniens neues Hartwährungs-Modell dürfte hingegen grünes Licht vom Devisenmarkt bekommen.

Die Schweiz wehrt sich seit Jahren mit Händen und Füßen gegen eine Aufwertung ihrer Landeswährung. Der Schweizer Franken ließ sich davon kaum beeindrucken. Er verteuerte sich trotz unzähliger Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von 1,67 Euro pro Franken im Oktober 2007 auf zuletzt 1,08 Euro pro Franken.

Abbildung: Wechselkurssysteme

In Argentinien hat der neue Präsident Mauricio Macri in dieser Woche die Devisenkontrollen aufgehoben und den Wechselkurs freigegeben. Der argentinische Peso wertete daraufhin um etwa 30% ab. Zu Wochenbeginn musste man für 1 US-Dollar lediglich 11 Peso hinlegen. Inzwischen sind es 14 Peso. Macri hat angekündigt, die Notenbank des Landes von Zeit zu Zeit intervenieren zu lassen, um zu verhindern, dass der Dollar auf 15 Peso oder gar 20 Peso steigt.

Die Schweiz befindet sich in einem Teufelskreis: Der Schweizer Franken wird künstlich abgeschwächt, wodurch sich die exportabhängige Wirtschaft erholen kann. Nimmt die Konjunkturerholung in der Schweiz dann Gestalt an, wertet der Franken wieder auf, so dass die Schweizerische Nationalbank aufs Neue eingreifen muss. Seit knapp sieben Jahren geht das jetzt schon so.

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In Argentinien ziehen Wechselkurs und Konjunktur an einem Strang. Die 30-prozentige Abwertung des Peso wird voraussichtlich zu einer konjunkturellen Belebung führen. Die Wirtschaftslage bessert sich, so dass der Peso stärker wird und die Behörden nicht mehr intervenieren müssen. Aus dem "Schmutzigen Floating" wird ein "Freies Floating".