Das ausgetüftelte 2-Säulen-Modell zur Lenkung des EUR/CHF
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Das ausgetüftelte 2-Säulen-Modell zur Lenkung des EUR/CHF

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre Bereitschaft den Franken mit Nadelstich-Interventionen abzuschwächen. SNB-Präsident Thomas Jordan liebäugelt offenbar mit dem zweiten Wochenanstieg in Folge. In der vergangenen Woche kletterte der Eurokurs überraschend deutlich von 1,0770 Franken auf 1,0920 Franken. In dieser Woche bewegt sich die Devisennotierung bisher lethargisch bei 1,0870.

"Wir sind, wenn nötig, zu solchen Interventionen bereit", sagte Jordan am Dienstagabend in Genf. Die beiden Säulen der von der SNB betriebenen Geldpolitik, Negativzinsen und die Bereitschaft, am Devisenmarkt aktiv zu sein, dienten dazu, die "deutliche Überbewertung des Frankens" zu reduzieren, so Jordan.

Gemäß einem bankinternen Wechselkurs-Berechnungsmodell der Danske Bank liegt der faire Wert des Euros, also jener, der realwirtschaftlich gerechtfertigt wäre, auf mittlere Sicht bei 1,26 Franken. Auf kurze Sicht spuckt der Computer jedoch einen fairen Wechselkurs von 1,05 aus. Den aktuellen Prognosen der Danske Bank zufolge wird sich der Euro bis Ende 2015 bei 1,08 Franken einpendeln, und bis Ende 2016 auf 1,12 Franken steigen.

Dass das Zwei-Säulen-Modell zur Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro funktionieren kann, erklärt Jordan wie folgt: Aktuell sei die Lage anders als im Jahr 2011, als die SNB den Mindestkurs einführte. Seinerzeit habe sich der Schweizer Franken gegenüber allen anderen Währungen aufgewertet. "Heute wird die Situation durch die generelle Schwäche des Euro geprägt", so Jordan.

Die letzten Monaten zeigen, dass die 2-Säulen-Strategie von Jordan bisher aufgeht. Der Euro kletterte seit Sommerbeginn von 1,03 Franken auf 1,09 Franken. Aufgrund negativer Leitzinsen gibt es eine ständiges Grundrauschen an Kapitalabflüssen aus der Schweiz. Dadurch macht die SNB den Franken mürbe. Hinzu kommen gezielte Nadelstich-Interventionen zur Abschwächung des Frankens.

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