EUR/CHF-Kurs bei 1,13 oder 1,00? Ein Pro und Contra
+++ Euro schließt bei 1,0774 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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EUR/CHF-Kurs bei 1,13 oder 1,00? Ein Pro und Contra

Der Euro beginnt Vorbereitungsarbeiten für einen Anstieg auf 1,13 Franken. Der Schweizer Franken kann aus der China-Krise kein Kapital schlagen. Das sei ein gutes Omen, sagen die Optimisten. An einen Rückgang des Euros auf 1,00 Franken gehe kein Weg vorbei, meinen hingegen die Skeptiker. Sie verweisen auf das Gaspedal der Europäischen Zentralbank (EZB).

Gemäß den Schweizer Franken Prognosen der Erste Group wird sich Euro bis Ende 2015 bei 1,09 Franken stabilisieren. Ausgehend von diesem Plateau kalkulieren die Devisenexperten bis zur Jahresmitte 2016 mit einem Anstieg des Euro-Franken-Kurses auf 1,13. "In Summe sollte der Schweizer Franken seine Überbewertung etwas abbauen", erläutert die Erste Group.

Der Eurokurs krachte im Januar wegen der Aufhebung der Stützgrenze von 1,20 auf 0,97 Franken. Es folgte eine erste rasche Erholung, die den Euro bis Ende Februar auf 1,08 Franken trug. Mit dieser Rallye hat sich der Euro jedoch übernommen und so ging es im Lichte der von der EZB initiierten Käufe von Staatsanleihen bis Ende April auf 1,02 bergab.

Das Tief bei 1,02 ist der Ausgangspunkt einer bis heute andauernden Aufwärtsbewegung, die den Euro vor zwei Wochen auf 1,10 Franken (1,0960) hochschob.


"Die EZB wird die Abwertung durch die Chinesen als Anreiz sehen, das geldpolitische Gaspedal noch einmal kräftiger durchzutreten, um den Euro international zu schwächen", zitiert die Zeitschrift "Euro am Sonntag" Jens Klatt vom Devisen-Broker FXCM. Er rechnet damit, dass sich der Euro-Franken-Kurs in den kommenden zwölf Monaten in Richtung ein Austauschverhältnis 1:1 bewegen wird.

FXCM hat noch eine Rechnung mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) offen. Der Broker kam durch die plötzliche Mindestkurs-Aufgabe ins Schlingern. Infolge musste man sich rasch frisches Kapital zu nicht gerade vorteilhaften Konditionen besorgen.

Fazit:
Die Prognose der Erste Group bei 1,13 könnte zu hoch, und die von FXCM bei 1,00 zu tief gegriffen sein. Solange keine Klarheit darüber herrscht, ob die EZB ihre Käufe von Staatsanleihen bis ins Jahr 2017 verlängert, könnte sich der Euro in der Mitte bei 1,06-1,07 Franken einpendeln.