So steigt der EUR/CHF-Kurs von 1,06 über 1,10 auf 1,20
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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So steigt der EUR/CHF-Kurs von 1,06 über 1,10 auf 1,20

Den Eurokurs zieht es in luftige Höhen. Für 1 Euro werden aktuell 1,0605 Schweizer Franken bezahlt. So viel war die Gemeinschaftswährung zuletzt am 19. März 2015 wert. Ausgezeichnete Konjunkturdaten aus Europas größter Volkswirtschaft untermauern den Höhenflug, der vor einer Woche bei 1,0395 begann. Bleibt der EUR/CHF-Kurs jetzt am Ball, könnte er schon bald dem früheren Mindestkurs bei 1,20 nahe sein.

Die Stimmung der deutschen Unternehmen hellt sich stärker auf als erwartet. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen beurteilen die Firmenchefs im Juli besser als noch im Juni. Der Ifo-Geschäftsklimaindex klettert um 0,5 Punkte auf 108,0 Zähler. "Die vorläufige Entspannung bei der Griechenlandfrage trägt zur Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft bei", kommentiert der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Tapering-Diskussion

Die Entspannung in der Griechenland-Affäre habe den Schweizer Franken als "Fluchtwährung etwas in den Hintergrund treten lassen", analysiert die St.Galler Kantonalbank. "Unsere Analysten gehen nach wie vor davon aus, dass in der Region 1,05-1,06 die Luft dünn wird." Gemäß den aktuellen Wechselkursprognosen der St.Galler Kantonalbank wird sich der Euro in den kommenden zwölf Monaten im Mittel bei 1,0250 Franken einpendeln.

Aus heutiger Sicht ist diese Prognose zu kurz gegriffen. Die Devisenexperten anderer Banken ergründen einen Anstieg auf 1,10 Franken. Denn in einem Jahr dürfte der Großteil der Käufe von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB) abgeschlossen sein. Die pure Geldpolitik über die Notenpresse, die den Euro in Schach hält, wäre an ihren Ende angekommen.

Der Euro könnte bereits über die Wintermonate kräftig steigen, während erste Spekulationen über eine Drosselung der Anleihekäufe (Tapering) ins Kraut schießen. Die EZB kann nicht von jetzt auf gleich den Stecker ziehen und ihre Käufe von 60 Milliarden Euro pro Monat einfach beenden. In einem Szenario mit einer Tapering-Diskussion zündet der Wechselkurs den Turbo. Der Euro würde zu Jahresbeginn 2016 sehr viel näher der früheren Stützgrenze bei 1,20 Franken sein, als es sich derzeit viele vorstellen können.