Was der Exit vom Grexit für den EUR/CHF bedeutet
+++ Euro schliesst bei 1,0730 Franken +++
Ade inoffizieller Euro-Mindestkurs bei 1,0750 Franken...>
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Was der Exit vom Grexit für den EUR/CHF bedeutet

Die griechische Regierung hat es eilig. Ihre neue Reformliste findet viel Zuspruch. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wäre die Furcht vor einem Grexit bald verflogen. Devisenhändler könnten zur Tagesordnung übergehen. In Anbetracht der guten Konjunktur im Euroraum wäre ein Anstieg des Euros Richtung 1,10 Franken möglich. Damit dürfte sich auch die Schweizer Gewerkschaft Unia, die das Wiedereinsetzen des Mindestkurses fordert, fürs Erste zufrieden geben.

"Ich gehe davon aus, dass wir diese Woche eine Einigung mit Griechenland finden", sagt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Nach knapp fünf Monaten Schuldenstreit könnte es das jetzt gewesen sein. Athen zaubert eine Reformliste aus der Schublade und alle sind glücklich. Dem Chef der Euro-Finanzminister, Jeroen Dijsselbloem, war die Erleichterung auf einer Pressekonferenz anzusehen.

Für den Euro-Franken-Kurs scheint die Grexit-Furcht noch nicht vom Tisch. Das Devisenpaar kauert auf dem Stand vom Ende der letzten Woche bei 1,0450. Das ist aus der Sicht der für den Dienstleistungsbereich zuständigen Gewerkschaft Unia viel zu tief. Die neue Unia-Präsidentin Vanina Alleva attackiert die Schweizerische Nationalbank (SNB).

"Die SNB muss ihren Fehlentscheid korrigieren und den Franken schwächen", sagte Alleva in einem Gespräch mit dem "SonntagsBlick". Alles andere wäre verheerend für die Arbeitnehmer. Die Nationalbank habe "ohne Not den Euro-Mindestkurs aufgehoben". Viele Betriebe hätten das ausgenutzt, um die Löhne zu kürzen und die Arbeitszeiten zu verlängerten, so Alleva.

Bei einem Ende der Griechenland-Krise wäre es gut möglich, dass der Schweizer Franken die SNB zur Abschwächung nicht braucht. Die wirtschaftliche Erholung des Euroraums würde ausreichen. Als aus den Euroländern im Februar der erste Wachstumssschub kam, kletterte der Euro auf 1,0812 Franken. Damals ahnte niemand, dass der Griechen-Premier Tsipras und sein Finanzminister Varoufakis die Furcht vor einem Grexit für ihre machtpolitischen Zwecke dermaßen ausnutzen würden.