Hellas-Krise: Fakten, Schlüsselfiguren und Trittbrettfahrer
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Eurozone kann verbleibende Zweifel nicht ausräumen...>
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Hellas-Krise: Fakten, Schlüsselfiguren und Trittbrettfahrer

Euro-Retter:
Als Euro-Retter bezeichnet man alle an der Griechenland-Krise beteiligten Institutionen und Personen. Auch die Regierung in Athen versteht sich in diesem Sinne als Euro-Retter, weil sie vom Volk den Auftrag bekam, an der Gemeinschaftswährung festzuhalten. Als der mit Abstand größte Euro-Retter gilt die Europäische Kommission von Jean-Claude Juncker. Sie gibt aber keine Kredite an Griechenland und wird von den Geldgebern kritisch beäugt.

Troika (Die Institutionen):
Europäische Zentralbank (EZB), Internationaler Währungsfond (IWF) und EU-Kommission. Sie überprüfen die Reformauflagen und müssen grünes Licht für die Freigabe von Hilfsgeldern geben. Wenn alles nach Plan läuft, wie in Portugal, Irland und Zypern, zahlen die Euro-Finanzminister und der Verwaltungsrat des IWF auf Vorschlag der Troika die Hilfsgelder an Griechenland aus.

Geldgeber:
Die Hilfsgelder kommen von den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine unsolidarische Quersubventionierung von unten nach oben. Griechenland erhält Hilfsgelder aus Estland, Lettland, Litauen und der Slowakei, obwohl in diesen Ländern die Löhne und Renten sehr viel niedriger sind. Zum IWF gehören sehr arme Entwicklungsländer, die sich an der Griechenland-Rettung beteiligen.

Europäische Zentralbank:
Die Notenbank ist ein passiver Geldgeber. Sie hat sich gewissermaßen in der Griechenland-Rettung verheddert, weil sie unter ihrem früheren Präsidenten Jean-Claude Trichet zu Beginn der Schuldenkrise griechische Staatsanleihen ankaufte. Aktuell hält die EZB Griechenlands Banken mit Notkrediten (ELA) über Wasser.

Trittbrettfahrer:
Das sind Personen, die sich immer regelmäßig zur Griechenland-Rettung äußern, aber im Grunde nichts zu sagen haben. Zu ihnen zählen etwa Bundesbankchef Jens Weidmann, der sich gegen ELA-Kredite ausspricht, aber keinerlei Chance darauf hat, im EZB-Rat dafür die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit zu bekommen. Auch US-Präsident Barack Obama und sein Finanzminister Jack Lew mischen sich immer wieder ein. Inzwischen ist auch Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis ein Trittbrettfahrer, weil er an den Verhandlungen kaum noch beteiligt ist.

Schlüsselfiguren:
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident François Holland vertreten im Grunde genommen die 325 Millionen Nicht-Griechen, die täglich mit dem Euro bezahlen. EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde ziehen im Hintergrund die Fäden. Alexis Tsipras hat sich zwar mit seinen Aussagen in Widersprüche verwickelt. Allerdings wird man auch ihm weiterhin mit großer Aufmerksamkeit zuhören.