Griechenland steuert auf nächsten Eisberg zu
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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Griechenland steuert auf nächsten Eisberg zu

Weil die Rettung Griechenlands nicht in trockenen Tüchern ist, tritt der Euro bei 1,0450 Franken auf der Stelle. Die ersten Betonköpfe aus dem linken Akademiker-Milieu kündigen ihren Widerstand gegen die von Alexis Tsipras vorgelegte Reformliste an. Auch bei den Geldgebern gibt es Unzufriedenheit. Die mal wieder etwas hochtrabend daher kommenden deutschen Ökonomen warnen vor einem faulen Kompromiss.

"Diese Maßnahmenliste kann das Parlament nicht passieren", sagt der stellvertretende Parlamentspräsident Alexis Mitropoulos. Sein Syriza-Parteifruend Giannis Mihelogiannakis nennt die nun auf dem Tisch liegenden Reformen "extrem und unsozial". Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis, ein enger Vertrauter Tsipras, droht mit einem Ende der Regierung, sollte die Mehrheit der Links-Rechts-Koalition im Parlament nicht stehen.

Selbst wenn die Reformliste vom griechischen Parlament gebilligt werden würde, wäre das Problem nicht gelöst. Das sagen ökonomische Schwergewichte wie der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, und der Präsident des Münchner Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn.

"Wenn man eine Einigung findet, habe ich den Eindruck, wird die griechische Regierung, die derzeitige griechische Regierung, oder auch das griechische Verwaltungssystem gar nicht in der Lage sein, dies umzusetzen. Auf der einen Seite die Regierung nicht willens sein, dies umzusetzen, auf der anderen Seite ist man institutionell nicht in der Lage, das umzusetzen", sagt Stark im Deutschlandfunk.

Griechenland sei chronisch nicht wettbewerbsfähig, meint Sinn. "Selbst wenn man diese Schuldenkrise löst, löst es das Problem ja nun nicht." Es brauche die Rückkehr zu einer abgewerteten Drachme.

Da will aber die griechische Bevölkerung nicht mitspielen, die sich in großen Mehrheit seit dem Beginn der Schuldenkrise für einen Verbleib im Euro ausspricht. Das dürfte zum einen daran liegen, dass sie ihre Renten und Gehälter in Euro und nicht in einer weichen Drachme haben will. Zum anderen traut man den griechischen Politikern offenbar nicht zu, eine Währungsumstellung zu meistern.

Fazit:
Die Euro-Retter schreiben neue Schecks, um Staatsbankrott und Grexit abzuwenden. Griechenland kann vor seiner mangelhaften Wettbewerbsfähigkeit nicht davon laufen.