Die Griechenland-Krise geht gerade erst los
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Die Griechenland-Krise geht gerade erst los

Das ist jetzt wie einen kalte Dusche. Die deutsche Bundeskanzlerin glaubt nicht mehr an Tsipras, woraufhin der Eurokurs von 1,0552 Franken auf 1,0440 Franken absinkt. Das Währungspaar beendet einen viel versprechenden Anstieg, der bei einer Einigung im Schuldenstreit bis auf 1,10 Franken hätte führen können. In Athen setzt sich die Erkenntnis durch, dass der heiß begehrte Schuldenschnitt nur mit einem Staatsbankrott zu haben ist.

"Auch die Kanzlerin weiß jetzt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird", um Griechenland bis zum 30. Juni zu retten, zitiert die "Bild"-Zeitung einen hochrangigen Diplomaten. Was ist passiert: Bei einem Gespräch mit Merkel und Hollande lehnt Tsipras EU-Auflagen stur ab. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bricht die Verhandlungen mit der griechischen Regierung ab. Es ist die Rede von "großen Differenzen". Von einer Einigung sei man weit entfernt.

In Berlin laufen die Planungen für eine Staatspleite Griechenlands. Im Gespräch sei auch ein Schuldenschnitt, berichtet die "Bild"-Zeitung. Genau das will die griechische Regierung. Sie müsste dafür allerdings die Unwegbarkeiten einer Staatspleite und wütende Bankkunden vor Geldautomaten in Kauf nehmen. Wie man damit fertig wird, könnte Tsipras von dem argentinischen Außenminister Héctor Timmerman erfahren haben, mit dem er sich auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel traf.

Der argentinischen Staat ging 2001 pleite und musste sich von einer 1 zu 1 Bindung des Peso an den US-Dollar trennen. Nachdem mehrere Staatschefs ihre Amt verloren, etablierte sich eine für europäische Maßstäbe Links-Außen-Regierung unter Néstor und Christina Kirchner. Sie regiert seit mittlerweile zwölf Jahren mithilfe der Notenpresse bei hohen Inftationsraten. Etwas ähnliches könnte Tsipras vorschweben. Er muss allerdings dafür Sorge tragen bei einer Staatspleite nicht aus dem Amt zu fliegen.

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In Brüssel scheint man diese Möglichkeit nicht auf dem Zettel zu haben. Die glücklos agierende EU-Kommission von Jean-Claude Juncker geht felsenfest davon aus, dass die griechische Regierung im Euro bleiben will. Nachdem die Kommission bereits bei der Ukraine-Krise ein sehr schlechtes Bild abgab, könnte sie sich auch bei der Griechenland-Krise irren.