EZB druckt sich eine Lizenz zum Lügen
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EZB druckt sich eine Lizenz zum Lügen

Eine Gemeinheit der Europäischen Zentralbank (EZB) sei das gewesen. Da müsse sich Notenbankchef Mario Draghi nicht wundern, wenn der Protest direkt vor seinem Schreibtisch stattfinde. Es geht um eine Ankündigung die Käufe von Staatsanleihen auszuweiten, die zunächst nur einem elitären Klub von Bankern und Fondsmanagern in London mitgeteilt wird.

Am Devisenmarkt reagiert der Euro mit Kursverlusten auf die Nachricht, dass die EZB ihre Käufe von Staatsanleihen im Mai und Juni ausweiten werde. Gegenüber dem Schweizer Franken sinkt die Gemeinschaftswährung auf 1,0395 - nach 1,05 zu Wochenbeginn. Der Euro-Dollar-Kurs bricht von 1,1410 auf 1,1062 ein.

Täuschungsmanöver

EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré sagte am Montagabend in London, dass man die Wertpapierkäufe in den kommenden Wochen erhöhen werde. Hintergrund sei der saisonale Charakter des Anleihegeschäfts, der im Hochsommer in einer besonders niedrigen Liquidität zum Ausdruck komme.

Deshalb werde die Europäische Zentralbank im Mai und im Juni mehr als die bisher geplanten 60 Milliarden Euro im Monat für Anleihekäufe drucken und dafür im Juli und im August die Käufe entsprechend drosseln. Die EZB teilte diese marktrelevanten Informationen erst am Dienstag mit. Es sei da ein Fehler unterlaufen.

Fakt ist: Wenn einem börsennotierten Unternehmen ein solcher Fehler unterläuft, muss es mit millionenschweren Schadenersatzklagen rechnen. Die Professoren der EZB sind jedoch - genauso wie die mit einer Lizenz zum Lügen ausgestatteten Währungshüter der Schweizerische Nationalbank (SNB) - unantastbar.

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