Ade Euro-Fixzinskredit! Franken-Kreditnehmer atmen auf
+++ Eurokurs aktuell bei 1,0760 Franken +++
Der Franken bleibt deutlich überbewertet ;-)
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Ade Euro-Fixzinskredit! Franken-Kreditnehmer atmen auf

Fünf Wochen nach der plötzlichen Aufhebung des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken hat sich die Lage für Fremdwährungskreditnehmer erheblich verbessert. 1 Euro hat inzwischen wieder einen Gegenwert von 1,08 Franken. An der Zinsfront läuft es auf ein Nullsummenspiel hinaus. Die Motivation von Franken-Kreditnehmern in einen Euro-Fixzinskredit zu konvertieren lässt nach.

Wer sich 2002 zu einem EUR/CHF-Kurs von 1,45 im Gegenwert von 150.000 Euro in Schweizer Franken verschuldete, müsste aktuell 201.000 Euro zurückzahlen. Abzüglich der seit 2002 aufgehäuften Zinsersparnis gegenüber einer Euro-Finanzierung von etwa 24.000 Euro, steht der Kreditnehmer auf dem derzeitigen Kursniveau von EUR/CHF 1,08 mit knapp 177.000 Euro in der Kreide. Er muss 27.000 Euro mehr zurückzahlen, als bei der Kreditaufnahme einkalkuliert wurde.

Als der EUR/CHF-Kurs vor fünf Wochen auf 0,86 einbrach, hatten die unerwarteten Zusatzkosten des Franken-Kredites mit 79.000 Euro mehr als doppelt so hoch gelegen.

Die Lage bei den Zinsen dürfte viele Franken-Kreditnehmer darin bestärken, an der so genannten Aussitzen-Strategie unbeirrt festzuhalten. Sollte der von den Kunden zu bezahlende Sollzins rein rechnerisch negativ werden, werde man zumindest 0,00001 Prozent verrechnen, erklärt die Bank Austria in einem Schreiben an ihre Franken-Kreditnehmer, das dem Wirtschaftsblatt vorliegt.

Aufgrund der negativen Zinsen hätte viel Franken-Kreditnehmer rein rechnerisch einen Anspruch auf eine Zinsgutschrift. Die Banken weisen das von sich. Sie wollen sich nicht zur Kasse bitten lassen. Gleichzeitig verzichten sie offenbar bei Privatleuten auf den Aufschlag zum 1-Monats Libor/3-Monats Libor.

Das heißt: Ein Franken-Kreditnehmer wird keine Zinsen für sein Darlehen bezahlen. Und das dürfte noch für lange Zeit so bleiben, weil die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Zinsen immer tiefer ins negative Terrain verschieben sollte. Würde er in einen Euro-Fixzinskredit konvertieren, müsste er hingegen jährliche Zinszahlungen zwischen zwei und drei Prozent aufbringen.

Fazit:
Wegen des Anstiegs des Euro-Wechselkurses  auf 1,08 Franken und der Zinsersparnis gegenüber einer Euro-Finanzierung hat sich die Lage eines Franken-Kreditnehmers seit der plötzlichen Aufgabe des Mindestkurses erheblich verbessert.