Befangene Schweizer Notenbank eifert Münchhausen nach
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
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Befangene Schweizer Notenbank eifert Münchhausen nach

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat der Öffentlichkeit eine falsche Vorhersage über die Entwicklung des Euro-Franken-Kurses unterbreitet. Vor knapp einen Jahr skizzierte sie, was nötig sei, damit der Euro gegen den Franken steigt. Das Anforderungsprofil wurde in der Zwischenzeit von den Devisenmärkten erfüllt, jedoch klebt der Euro immer noch bei 1,20 Franken.

"Wir haben einen starken Euro gegen den Dollar und wir haben einen noch stärkeren Franken gegen den Dollar. Was wir brauchen, ist wahrscheinlich eine Schwächung sowohl des Frankens als auch des Euros gegen dem Dollar", sagte SNB-Präsident Thomas Jordan im April 2014 auf der Frühjahrestagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

Indes hat sich der Schweizer Franken deutlich gegenüber dem US-Dollar abgeschwächt. Aktuell besitzt 1 Dollar einen Gegenwert von 1,02 Franken. Als Jordan seine Aussagen tätigte, waren es lediglich 0,88 Franken. Auch die zweite Anforderung ist eingetreten. Der Euro schwächte sich gegenüber dem US-Dollar erheblich ab. Er sank von 1,40 auf 1,18 Dollar.

Obwohl beide Bedingungen der Jordanschen Anstiegsformel erfüllt wurden, ist genau das Gegenteil eingetreten. Im April 2014 war 1 Euro noch 1,22 Franken. Inzwischen sind es nur noch 1,20. Damit bestätigt sich eine Binsenweisheit von Börsenlegende Jim Rogers, die besagt: Wer auf die Analysen und Prognosen einer Zentralbank vertraut, wird früher oder später pleite gehen.

Die falschen Annahmen der Schweizerischen Nationalbank sind ein Indiz dafür, dass sie inzwischen eine Befangene ihrer eigenen Wechselkurspolitik ist. Neben den Wechselkurseinschätzungen dürften von der Befangenheit die SNB-Inflationsprognosen betroffen sein.

Um möglichst lange am Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken festhalten zu können, gibt es einen Anreiz die Teuerungsprognosen zu senken. Damit kann die SNB in der Schweizer Öffentlichkeit die Furcht vor einem Deflationsgespenst schüren, was sie zur Rechtfertigung für die Fortsetzung der Mindestkurspolitik bis zum Sankt Nimmerleinstag einsetzt.