Wie sich CHF-Kreditnehmer vor Mindestkurs-Absenkung schützen
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Wie sich CHF-Kreditnehmer vor Mindestkurs-Absenkung schützen

Drei Monate, ein Jahr oder drei Jahre? Wie lange wird die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken noch aufrecht erhalten? Spekulationen über eine Absenkung der Untergrenze auf 1,15 oder 1,10 Franken halten sich hartnäckig. Franken-Fremdwährungskreditnehmer brauchen einen Plan B.

Der frühere Chef-Ökonom der SNB, Kurt Schiltknecht, regt im Schweizer Fernsehen an, die Euro-Untergrenze auf 1,10 Franken fallen zu lassen. Ex-UBS-Chef Oswald Grübel bezeichnet den Mindestkurs als "Schnapsidee", während der renommierte Schweizer Bankier und Investor Martin Ebner die Nationalbank in einem Teufelskreis sieht.

Siehe: "Mindestkurs auf der Schlachtbank", erschienen in der Handelszeitung

Viele Schweizerinnen und Schweizer wollen nicht länger zusehen, wie ihre Notenbank zu einer ferngesteuerten Unterhose der Europäischen Zentralbank (EZB) degradiert wird. Besonders sauer sind die Sparer, die unter der Nullzinspolitik leiden. Die Schweizer Wirtschaft profitiert hingegen am meisten vom Mindestkurs.

"Wie schütze ich mich als Fremdwährungskreditnehmer vor einer Absenkung des Mindestkurses?", lautet die Gretchenfrage. "Am besten mit einer Konvertierung in einen Euro-Abstattungskredit", antworten 99 von 100 österreichische Bankberater.

Wer es ein wenig komplizierter mag, kann sich mit Devisenoptionen absichern, aber das ist nur etwas für Fortgeschrittene. Auch kann man bei einem der zahlreichen Forex-Devisenhändler ein Konto eröffnen und einen schwebende Verkaufsauftrag platzieren, der ausgelöst wird, alsbald der Eurokurs unter 1,20 Franken sinkt. Wegen dem ungewissen Zeitfaktor sind solche Lösungen allerdings bestenfalls suboptimal. Außerdem sind die wirklich genialen Sachen immer sehr einfach.

Wer sich die Gemengelage an den Finanzmärkten etwas genauer ansieht, kommt zu folgender Schlussfolgerung: Sollte der Eurokurs auf 1,10 Franken oder 1,00 Franken fallen, dann ist das schlecht für die Schweizer Wirtschaft und den Schweizer Aktienmarkt. Demnach kann man sich gegen eine Mindestkurs-Absenkung schützen, indem man ein Finanzprodukt kauft, das bei einem Rückgang des Schweizer Aktienindex SMI in der Gewinnzone landet.

Solche Produkte gibt es en masse. Wer im Internet nach "ETF SMI Short" sucht, findet jede Menge Exchange Traded Funds, auch solche, die bei einem Rückgang des SMI um 10 Prozent dem Investor ein Gewinn von 20 Prozent bescheren (sog. Gehebelte, Leveraged, Double ETF's). Umgekehrt verliert man aber auch 20 Prozent, sollte der SMI um 10 Prozent steigen.

Momentan scheint es noch zu früh zu sein, bei dem aktuell auf 9.140 Punkten liegenden SMI auf fallende Kurse zu spekulieren. Zum einen wird die SNB an ihrer geliebten Euro-Untergrenze bei 1,20 Franken wohl noch wenigstens ein halbes Jahr festhalten. Zum anderen pumpen die Notenbanken zu viel Geld, so dass ein Absturz an den Aktienmärkten schwierig ist. In drei Monaten könnte es aber schon anders aussehen.