Die ganze Tragweite des "Super-Donnerstag" für den EUR/CHF
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Die ganze Tragweite des "Super-Donnerstag" für den EUR/CHF

Der 22. Januar 2015 ist ein bedeutsamer Tag für Beobachter des Euro-Franken-Kurses. An diesem "Super-Donnerstag" prasseln sowohl die Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) als auch die der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unmittelbar auf den EUR/CHF-Kurs ein. Wie im Vorjahr könnte das Devisenpaar sodann Nägel mit Köpfen machen.

Die SNB hat einen negativen Zinsen in zwei Stufen eingeführt. Am 18. Dezember 2014 kündigte sie überraschend an, künftig einen Strafzins von -0,25 Prozent auf Guthaben von Geschäftsbanken zu berechnen. Allerdings gilt der Strafzins nicht unverzüglich. Erst ab dem "Super-Donnerstag" greift die SNB solchen Banken, die hohe Franken-Guthaben bei ihr parken, in die Tasche.

Genau an diesem 22. Januar 2015 findet eine mit große Spannung erwartete Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Analysten erwarten einen positiven EZB-Entscheid über den Kauf von Staatsanleihen. Dies dürfte zu einer weiteren Abwertung der Gemeinschaftswährung, vor allem gegenüber dem US-Dollar, aber auch gegenüber dem Schweizer Franken führen.


Während für den aktuell bei 1,2220 Dollar liegende Euro noch jede Menge Platz nach unten vorhanden ist, sieht es beim Euro-Franken-Kurs anders aus. Für ihn ist wegen dem Mindestkurs bei EUR/CHF 1,2000 der Weg nach unten verbarrikadiert.

Mit dem Inrechnungstellen des Negativzinses am "Super-Donnerstag" möchte die SNB offenbar erst einmal sicherstellen, dass die Untergrenze auf jeden Fall hält. Für die Wochen und Monate danach vertraut die Schweizerische Nationalbank darauf, dass der Negativzins dazu führt, dass Banken Kapital aus der Schweiz abziehen. Dies würde die Verteidigung des Mindestkurses erleichtern.

Ausgangspunkt des Abwärtstrends, in dem sich der Euro-Franken-Kurs aktuell befindet, ist der 8. Januar 2013. Damals war 1 Euro bis zu 1,2395 Franken wert. Der Januar 2014 könnte die Basis für einen Aufwärtstrend sein, der den Eurokurs zurück auf 1,24 Franken trägt. Der "Super-Donnerstag" könnte aber auch Ausgangspunkt einer "neuen Lethargie" werden. Der Euro würde monatelang, wie im Frühjahr und Sommer 2012, hauchdünn über 1,20 kleben.