Draghis brandgefährlicher Schuldenkommunismus
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Draghis brandgefährlicher Schuldenkommunismus

Die Europäische Zentralbank (EZB) mache die Reichen reicher, warnt der US-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Wenn etwas schief geht, muss jedoch der Steuerzahler in der Presche springen. Darauf wies zuletzt mehrmals die Deutsche Bundesbank hin. Hat Mario Draghi klammheimlich den Schuldenkommunismus eingeführt?

Je mehr Draghi auf die bereits von der US-Notenbank Fed, der Bank von England und der Bank von Japan eingesetzten Werkzeuge baue, umso mehr riskiere er die Reichen noch reicher zu machen, sagt Stiglitz. In den USA hat sich die Schere zwischen Arm und Reich im Zuge der Anleihekäufe der Fed vergrößert. Die Vermögenswerte der Reichen sind im Wert spürbar gestiegen.

"Je mehr man diese unüblichen, beispiellosen Werkzeuge der Geldpolitik einsetzt, um so höher ist die Möglichkeit nicht beabsichtigter Konsequenzen, von denen der Aufbau von Ungleichheit eine ist", zitiert Bloomberg William White, früherer Chef-Volkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS).


Die Rettungspolitik von Mario Draghis EZB wirke kontraproduktiv, weil sie den Regierungschef und den Finanzministern angeschlagener Euroländer den perfekten Vorwand liefere, am Status Quo festzuhalten, sagen Kritiker.

"Wenn man all diese grundlegenden Probleme hat, wie zu viele Schulden und ein angeknackstes Bankensystem, ist es zu sagen, dass wir geldpolitische Werkzeuge einsetzen, um mit den zugrunde liegenden strukturellen Problemen fertig zu werden, eine gefährliche Illusion", warnt White.

Wie stark der Schuldenkommunismus im Euroraum ausgeprägt ist, lässt sich an der Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank (EZB) ablesen. Durch die ultralockere Geldpolitik, Langfristikredite für Banken und Kaufprogrammen von Pfandbriefen und ABS-Papieren soll die Bilanz nach Aussagen Draghis auf ca. 3 Billionen Euro steigen.

Wenn es zu Ausfällen kommt, weil die EZB mittlerweile auch als Schrottpapiere bekannte ABS-Anleihen ankauft, müsste der deutsche Steuerzahler gemäß dem Anteil von Deutschland an der EZB (27%) für 810 Milliarden Euro haften. Der österreichische Steuerzahler wäre gemäß Österreichs EZB-Anteil (3%) mit 90 Milliarden Euro dabei.