Wie reagiert der Euro auf Draghis Schuldenspiele?
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Wie reagiert der Euro auf Draghis Schuldenspiele?


Die neuesten Forderungen von EZB-Chef Mario Draghi haben es in sich: Er will die Inflation anheizen, Wirtschaftswachstum mit neuen Schulden finanzieren und Schuldverschreibungen ankaufen. Der Euro quittiert die in den Rocky Mountains vorgetragene Gedankenspiele des obersten Währungshüters der Eurozone mit einem Schlusskurs von 1,2100 Franken.

Über dem Euro-Franken-Kurs braut sich derzeit ein geldpolitisches Gewitter zusammen. Ursache ist die Inflation. Sie ist dem Italiener Draghi viel zu niedrig. So lag die jährliche Teuerung im Euroraum im Juli bei 0,4 Prozent. Ökonomen erwarten einen weiteren Rückgang für die kommenden Monate, weil die Europäer aufgrund der Wirtschaftssanktionen der Russen auf ihren Lebensmitteln sitzen bleiben.

Es dürfte demnach zu einem Überangebot von Nahrungsmitteln in Europa kommen, welches nach den volkswirtschaftlichen Gesetzen von Angebot und Nachfrage die Preisentwicklung dämpft. Die Europäische Zentralbank will dagegen offenbar mit dem Ankauf von Kreditverbriefungen (Asset-backed securities - ABS) vorgehen, signalisierte Draghi am Freitag auf dem Zentralbankertreffen in Jackson Hole in den Rocky Mountains.

Merkel sauer?

Ferner forderte der EZB-Chef die Regierungen dazu auf, mehr Schulden zu machen. Draghi plädierte für ein Ende der Sparpolitik. So lag das Haushaltsdefizit der Euroländer im ersten Quartal 2014 zusammen genommen bei 2,7 Prozent. Gemäß den Euro-Verträgen sind aber 3,0 Prozent erlaubt. Draghi will diesen Spielraum für Konjunkturprogramme auf Pump nutzen.

Bei der  deutschen Kanzlerin Angela Merkel dürfte der Vorschlag auf wenig Gegenliebe stoßen. Unter ihrer Regierung hat sich das deutsche Haushaltsdefizit in Luft aufgelöst, was seit vielen Jahren eine zentrale Forderungen einer übergroßen Mehrheit der Wähler aller Parteien ist.

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