Wie gefährlich kann die Schwellenland-Panik dem EUR/CHF werden?
+++ Euro steigt am Freitagabend auf 1,0790 Franken +++
Die Schweizer machen ihren Franken stark...>
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Wie gefährlich kann die Schwellenland-Panik dem EUR/CHF werden?

In Argentinien und der Türkei fallen die Landeswährungen derzeit ins Bodenlose. Die nächsten Wackelkandidaten stehen mit Brasilien und Indien bereits auf der Matte. Im Falle einer Schwellenland-Krise wäre der Schweizer Franken als sicherer Hafen wieder gefragt. Aus dem lang ersehnten Anstieg des Euros würde mal wieder nichts.

Viele Argentinier dürften die Gunst der Stunde nutzen. Präsidentin Kirchner hob die Kapitalkontrollen auf, so dass man Geld wieder außerhalb des Landes schaffen kann. In Anbetracht von jährlichen Inflationsraten bei knapp 30 Prozent müsste man schon ein glühender Verfechter von Kirchners Wirtschaftsdirigismus sein, um sein Geld im argentinischen Peso zu lassen.

Der Schweizer Franken profitiert in der Regel von Kapitalabflüssen, wie sie derzeit auch in der Türkei stattfinden. Weil momentan auch der US-Dollar und der Euro als sichere Häfen wahrgenommen werden, kommt es nicht zu einer ausgeprägten Phase der Frankenstärke, wie man sie im Laufe der europäischen Schuldenkrise beobachten konnte.

Am Devisenmarkt notierte die Gemeinschaftswährung zuletzt mit 1,2270 Franken ein wenig fester, nachdem sie in der letzten Wochen auf ein 1-Monatstief bei 1,2225 gesunken war. Noch ist der Cocktail aus Wechselkursverlusten, eines Abzugs von Portfolioinvestitionen und Ansteckungseffekten nicht stark genug, um von einer Schwellenländer-Krise zu sprechen.

"Was wir in den aufstrebenden Märkten noch nicht gesehen haben, ist eine große Währungsabwertung, ein Ansturm auf Staatsanleihen oder Ratingherabstufungen", zitiert Reuters den Analysten John Bilton, europäischer Anlagestratege der Bank of America Merrill Lynch.

Erst wenn es zu einem solchen Teufelskreis käme, sollte der Euro gegenüber dem "sicheren Hafen" Schweizer Franken klein beigeben. Der Euro würde auf den Mindestkurs bei 1,20 Franken eingedampft werden. Anschließend müsste die Schweizerische Nationalbank (SNB) zeigen, wie ernst sie es mit dem Konzept der Aufrechterhaltung des Mindestkurses meint.