Finanzkrisen-Angst forciert Talfahrt des Euros auf 1,2219 CHF
+++ Euro vor EZB-Sitzung bei 1,0830 Franken +++
Dieser zuverlässige Indikator hat gerade auf grün geschaltet...>
Home » » Finanzkrisen-Angst forciert Talfahrt des Euros auf 1,2219 CHF

Finanzkrisen-Angst forciert Talfahrt des Euros auf 1,2219 CHF

Am Devisenmarkt brach der Eurokurs zwischen dem 22. Mai und 24. Juni von 1,2648 auf 1,2219 Franken (-3,39%) ein. Seit dem Treffen der US-Notenbank am letzten Mittwoch hat sich die Talfahrt verschärft. China hat Probleme mit seinen Banken. Darüber rechnet die zweitgrößte Bank Italiens mit einem italienischen Rettungsgesuch bei der EU.

Der zeitliche Abstand zwischen den Finanzkrisen wird immer kleiner. Ereignisse wie das Platzen der New Economy um die Jahrtausendwende, die Terroranschläge vom 11. September sowie die sich seit Ende 2007 aufbauende Finanzkrise haben im Nachblick alle eines gemein: Der Schweizer Franken wertete jedes Mal auf.

"Investoren haben Angst, dass die derzeitigen Spannungen im chinesischen Bankensystem das Wachstum der Volksrepublik weiter schwächen könnten", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Händler.

China-Kenner berichten bereits über so genannten Immobilien-Hotspots, die rein aus Spekulationszwecken ständig gekauft und verkauft werden. Solche Hotspots sind auch aus Norwegen und der Schweiz bekannt. In China soll es jedoch so sein, dass die Spekulationsobjekte in Form von ganzen Wohnsiedlungen leer stünden.

Die chinesische Zentralbank hat (PBOC) konnte die zum Ende der letzten Woche plötzlich aufkeimende China-Nervosität in der Zwischenzeit wieder verringern.

Die Mediobanca, das vielleicht renommierteste Geldhaus Italiens, warnt vor einem Bailout. Italien brauche womöglich schon in sechs Monaten ein Rettungspaket, zitiert die britische Zeitung "The Daily Telegrapgh" den Senior-Analysten Antonio Guglielmi von der Mediobanca. "Die Zeit läuft schnell davon", schrieb Guglielmi.

Die Zinsen für italienische Zehnjahrespapiere kletterten seit Anfang Mai von 3,76 auf 4,84 Prozent. Italiens neuer Premier Letta hat vor wenigen Wochen ein Konjunkturprogramm für die Infrastruktur in Gang gesetzt. Von Reformen auf dem Arbeitsmarkt und einer Entbürokratisierung, die das Potentialwachstum der italienischen Volkswirtschaft steigern würde, ist nichts bekannt.