Wie man sich aus der Fremdwährungskredit-Falle befreit
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Wie man sich aus der Fremdwährungskredit-Falle befreit

"Das würde die Schweizer Wirtschaft nicht überleben", warnt der Ombudsmann der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Johann Wally. Es geht um den Schweizer Franken und seinen Mindestkurs. Von einem weiteren Sinken des Euros sei nicht auszugehen, sagt Wally im Gespräch mit ORF.at. Der Eurokurs notiert aktuell bei 1,2139 Franken. Die Schweizer Wirtschaft hat damit überhaupt kein Problem…

Nach Einschätzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 14. März wird die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr um 1,0 bis 1,5 Prozent wachsen. Stünde der Eurokurs tiefer, beispielsweise bei 1,15 oder 1,10 Franken, ginge es der Eidgenossenschaft im Vergleich zur Eurozone immer noch prima.

Die Schweiz könnte auch mit einer Abwertung des Euros auf 1,00 CHF leben. Es darf nur nicht zu schnell gehen. Eine stufenweise Absenkung des Mindestkurses sollte man daher im Hinterkopf behalten. Derweil sinkt der faire Euro CHF Wechselkurs wie eine Sanduhr munter weiter.

Dem österreichischen Franken-Kreditnehmer, der vielleicht noch während der Zeit des Schilling ein Franken-Darlehen aufnahm, helfen die ganzen Spekulationen freilich wenig. Er muss entweder die kommenden Monate, vielleicht auch Jahre, fast tagtäglich den Eurokurs CHF beobachten und auf ein Stück Lebensqualität verzichten (je länger es den Mindestkurs gibt, desto näher rückt sein Ende…). Oder er zieht einen Schlussstrich.

Wer sich nicht tagein tagaus mit Wechselkursen beschäftigen will, kündigt seinen Tilgungsträger. Das frei werdende Geld wird zur Schuldenrückzahlung verwendet. Die Restschuld wandelt man sodann in einem Euro-Darlehen mit Fixzins für zehn Jahre von weniger als drei Prozent um.

Das große Problem an einer solchen Konvertierung dürfte folgendes sein: Wer aus seinem Tilgungsträger (z.B. Lebensversicherung) vorzeitig aussteigt, muss mit empfindlichen Kündigungskosten rechen. Die Hausbank, die das CHF-Darlehen in einen festverzinslichen Euro-Kredit umwandeln muss, wird bei den Konditionen und Gebühren ebenfalls versuchen etwas herauszuschlagen.

Man ist somit auf die Hilfe eines unabhängigen Anlageberaters angewiesen, der die Verhandlungen mit der Bank begleitet. Ein solcher Mensch wird allerdings auch etwas verdienen wollen.

Vielleicht gibt es mancherorts Verbraucherzentralen, die Berater für Banktermine (kostenlos oder für eine geringe Aufwandsentschädigung) zur Seite stellen. Weil das Ganze wie ein Pokerspiel ist, erscheint es sinnvoll seinem Bankier nicht zu sagen, dass man zu zweit kommt, um eine Zwei-gegen-Eins-Verhandlungsposition herzustellen.