Schweizer Franken Kredite nagen an Österreichs Bonitätsnote
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Schweizer Franken Kredite nagen an Österreichs Bonitätsnote

Die berüchtigten Franken-Kredite, die Österreichs Banken bis zum Jahr 2008 großzügige ausreichten, rufen die Ratingagenturen auf den Plan. Es lassen sich bereits erste Parallelen zu Spanien ziehen. Auch die iberischen Geldinstitute versemmeln die staatliche Bonität. Die gegenseitige Abhängigkeit von Banken und Staaten bezeichnete die Europäische Kommission in ihrer letzten Gipfelerklärung als „Teufelskreis“.

„Die Kreditrisiken der österreichischen Banken sind größer als in den meisten anderen europäischen Ländern“, sagte die Analystin Anna Lozmann von der Ratinagentur Standard & Poor’s bei einer Pressekonferenz. S&P kassierte zu Jahresbeginn die Top-Bonitätsnote „AAA“ der Alpenrepublik. „In unseren Augen kann das zu erhöhten Risiken führen“, kommentierte Lozmann die Tatsache, dass zum Ende des ersten Quartals 28 Prozent der Kredite an Privathaushalte in ausländischen Währungen vergeben waren.

Bei großen Wechselkursschwankungen könnten die Banken sehr schnell mit faulen Krediten zu kämpfen haben. Zwar ist der Schweizer Franken an den Euro gekoppelt. Allerdings handelt es sich dabei nicht um einen Zustand für die Ewigkeit, wie der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan, unlängst feststellte. Darüber hinaus werden die Risiken nicht kleiner, weil Österreichs Fremdwährungskreditnehmer konvertierungsmüde sind und Ratschläge der Banken nicht mehr hören können oder wollen.

Steuer-Michel

Die Banken stehen zwar in der Öffentlichkeit schlecht dar. Allerdings ist ihre Verhandlungsposition äußerst komfortabel. Die Regierungen der Euroländer haben den großen Geldhäusern einen Blanko-Scheck ausgestellt. Man wird kein „systemrelevantes“ Geldhaus pleite gehen lassen. Der Steuer-Michel wird die Verluste der Banker zahlen.

Auch wegen ihren massiven Engagements in Osteuropa sind Österreichs Banken immer noch nicht ausreichend rekapitalisiert. Zwar habe sich die Eigenkapitalquote nach Einschätzung von Standard & Poor’s etwas verbessert. Von den internationalen Vorgaben seien die Kreditinstitute jedoch weit entfernt.

Sie sollten es auch bleiben, weil in Osteuropa die Konjunktur schwach ist und CHF-Kreditnehmer nicht konvertieren. Für Fremdwährungskredite müssen die Banken mehr Eigenkapital vorhalten als für Euro-Kredite, wodurch der Aufbau von hartem Kernkapital gebremst wird.