IWF tadelt Österreichs CHF-Kreditvergabe
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IWF tadelt Österreichs CHF-Kreditvergabe

„Der hohe Anteil von Schweizer Franken Fremdwährungskrediten, die bei nicht abgesicherten Kreditnehmern liegen, ist ein Anlass zur Beunruhigung“, schreibt der Internationalen Währungsfonds (IWF) in seinem Länderbericht zu Österreich vom 31. August 2012. Der Finanzfeuerwehr bereite in diesem Zusammenhang die Stärke des Frankens anhaltend Sorge.

„Es liegt eine Verletzbarkeit Österreichs wegen der vielen ausstehende CHF Fremdwährungskredite vor“, schreibt die IWF-Europaabteilung. Dabei warnen die Ökonomen vor eine Lücke zwischen Tilgungsträgern und ausstehenden CHF Krediten in Höhe von vier Milliarden Euro. Die Finanzierungslücke reflektiere die Aufwertung des Schweizer Frankens.

Hintergrund ist die Kreditvergabepraxis. Banken reichten endfällige CHF-Darlehen aus, deren Rückzahlung über einen Tilgungsträger, zumeist einer Kapitallebensversicherung, sichergestellt werden sollte. Der Plan hörte sich während der Blütezeit der Frankenkredite, als der Eurokurs über 1,60 CHF stand, plausibel an. Die Renditen der Lebensversicherung waren höher als die Kreditzinsen.

Die Geldhäuser verkauften zwei Produkte, nämlich einen Fremdwährungskredit sowie eine Lebensversicherung, und strichen zweimal eine Provision ein. Später folgte die Aufwertung des Frankens zum Euro, wodurch sich Darlehensbetrag und Zinsdienst drastisch erhöhten.

Was in Österreich mit der Konstruktion CHF-Fremdwährungskredite und Lebensversicherungen als Tilgungsträger vonstatten ging, erinnert an den deutschen Wahn für Ostimmobilien nach der Wiedervereinigung. Damals rechneten Banken den Westdeutschen vor, dass sie lauter Ostimmobilien kaufen müssten, um Steuern zu sparen.

Die Tilgung der Darlehen ließe sich problemlos über die laufenden Mieteinnahmen bewerkstelligen, erzählten die Kreditinstitute. In der Praxis standen die gekauften Wohnungen und Häuser zumeist leer. Viele private Investoren, darunter auch zahlreiche Prominente, gingen wegen Ostimmobilien in die Insolvenz.