Zinsentwicklung Spanien bei 7,06%
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Zinsentwicklung Spanien bei 7,06%

Kratzen die Spanier noch die Kurve oder ist es bereits zu spät? Die Zinsentwicklung von spanischen Zehnjahrespapieren klettert auf 7,06 Prozent Bei einer gestrigen Platzierung von Staatsanleihen musste die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone so hohe Zinsen zahlen wie zuletzt im Jahr 1995. Nun hofft man im Madrid auf die offizielle Freigabe der 100 Milliarden Euro zur Bankenrettung durch die Eurogruppe.

Ob die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy mit den Hilfsgeldern das Ruder herumreißen kann, ist höchst fraglich. Seine 17 Regionen können oder wollen ihre Ausgaben nicht in den Griff bekommen. Mit der Lösung dieses Problem steht Spaniens Regierung in etwa dort, wo sie vor einem halben Jahr mit den maroden Banken stand.

Trotz Warnungen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) muteten Rajoy und sein Wirtschaftsminister Luis de Guindos den europäischen Partnern eine monatelange Hängepartie zu. Erst als die Sparer begannen ihren Konten leerzuräumen, lenkte man ein. Die Zinsen für spanische Staatsanleihen kletterten zwischen Anfang März und Mitte Juni 2012 von 4,85 auf 7,29 Prozent.

Glücksspiel

Was bisher auf dem Tisch liegt, um die Finanzierungsschwierigkeiten der Regionen in den Griff zu bekommen, erscheint abenteuerlich. Die Zentralregierung will die staatliche Lottogesellschaft anzapfen, um einen 12 Milliarden Euro Hilfsfonds zu installieren. Die Regionen sind größtenteils von den Fremdkapitalmärkten abgeschnitten.

In der letzten Woche kündigte Rajoy großspurig ein Sparpaket in Höhe von 65 Milliarden Euro an. Die tatsächliche Einsparwirkung dürfte um knapp neun Milliarden Euro darunter liegen, berichtet die Zeitung „El Pais“. Anfang März 2012 beteuerten de Guindos und Rajoy auf jeden Fall das Haushaltsdefizit 2013 auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu senken. Vor wenigen Wochen wurde dieses Ziel auf 2014 verschoben.