SNB droht neuer Skandal um Danthine
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SNB droht neuer Skandal um Danthine

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt von Philipp Hildebrand wegen umstrittenen Dollarkäufe seiner Frau Kaysha Hildebrand, werden merkwürdige Transaktionen des Mitglieds des Dreier-Direktoriums, Jean-Pierre Danthine, entdeckt. Stimmen aus der Nationalbank werden laut, dass Danthine bis Mittwoch zurücktreten könnte.

Es geht um eine Transaktion vom 20. Mai 2010. Danthine verkaufte damals 126.000 Euro. Anfang Juni 2010 stoppte die Schweizerische Nationalbank ihre Devisenmarktinterventionen und Euro-Stützungskäufe, infolgedessen der Eurokurs CHF nach unten segelte. Zwischen dem 21. Mai 2010 und dem 9. August 2011 fiel das Devisenpaar von EUR/CHF 1,4585 auf 1,0075 (-30,92 Prozent).


Danthine wird nun vorgeworfen, dass er sich rechtzeitig seinen Euros entledigte im Wissen, dass die Nationalbank ihre Stützungskäufe beenden würde. Der Fall gewinnt an Brisanz, weil die Nationalbank im Geschäftsjahr 2010 Wechselkursverluste in Höhe von 32,7 Milliarden Franken einfuhr, während der vom Bundesrat ernannter Danthine seine Schäflein offenbar rechtzeitig ins Trockene brachte.

Aktueller Wechselkurs

Gegenüber dem Schweizer Franken kommt der Euro weiterhin nicht vom Fleck. Der Eurokurs steht gegenwärtig bei 1,2056 CHF. Derweil fällt der Euro Dollar Kurs auf 1,3080 und markiert ein Vier-Wochen-Tief. Der Dollarkurs steigt auf 0,9215 CHF, wodurch sich der Gegenwert des Frankens auf 1,0850 USD verringert.

Von einer anhaltenden Dynamik im Wohnungsbau berichtet das Bundesamt für Statistik. Im vierten Quartal 2011 kletterte die Zahl der neu errichteten Wohnungen in der Schweiz um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die in der Bauphase befindlichen Wohnungen stiegen innert Jahresfrist um zwei Prozent, während sich die Baugenehmigungen um 12,5 Prozent erhöhten.

Kritiker der extrem expansiven Geldpolitik der Nationalbank in Verbindung mit Leitzinsen (3-Monats-Libor) von 0,09 Prozent und einer durch Deviseninterventionen aufgeblähten Bilanzsumme sagen, dass sich in der Schweiz derzeit eine Immobilienblase bilde.

Das billige Geld sickert in den Häusermarkt ein, was sich auch in einem Anstieg der Wohnungsmieten bemerkbar macht. Höhere Mieten waren neben Öl der Hauptgrund, warum die sich Monatsteuerung zwischen Januar und Februar von -0,4 auf 0,3 Prozent veränderte.