Keine Chance auf Zinswende: Kann der Euro jetzt einpacken?
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Keine Chance auf Zinswende: Kann der Euro jetzt einpacken?

Dem Euro bleibt ein erneuter Anstieg auf 1,16 Franken versagt. Keine Experimente, so lautet das Motto der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Reduzierung der monatlichen Käufe von Staatsanleihen werde mager und langwierig ausfallen, signalisieren die Währungshüter in ihrem Sitzungsprotokoll. Es läuft darauf hinaus, dass sich die EZB bis Mitte 2019 an ihrer Notenpresse festklammert. Höhere Zinsen, die der Euro bräuchte, um auf 1,20 Franken zu steigen, rücken in die Ferne.

Am wahrscheinlichsten ist eine Verlängerung der Staatsanleihen-Käufe bis Juli 2018 bei einem monatlichen Kaufvolumen von 40 Milliarden Euro. Als Alternative ist wohl eine Verlängerung um neun Monate bei 30 Milliarden im Gespräch. Die Diskussion ist ähnlich wie im Dezember 201, als Draghi seinem EZB-Rat eine Verlängerung um sechs Monate zu 80 Milliarden Euro oder eine Verlängerung um neun Monaten zu 60 Milliarden Euro zur Auswahl befehligte.


Damit der EUR/CHF-Kurs die im April 2017 bei 1,07 begonnene Rallye fortsetzen kann, wäre ein EZB-Tapering nach US-Vorbild sehr viel hilfreicher. Draghi wird es aber nicht zulassen, dass die EZB von Meeting zu Meeting um 10 Milliarden Euro runtergeht. Wollte er nun intervenieren, um mal wieder einen Willkür-Bailout für Südeuropa zu schnüren, wäre der Glaubwürdigkeitsverlust enorm. Ein Zusammenhang, wonach die Italien-Wahl 2018 die Konjunkturerholung und damit den Inflationsanstieg gefährdet, ist schnell konstruiert.

Es kommt noch dicker für den EUR/CHF-Ausblick: Denn Leitzinserhöhungen können erst nach einem Ende der Staatsanleihen-Käufe laut Aussagen von Draghi in Betracht gezogen werden. Wenn die EZB alle sechs Monate ihre Käufe lediglich um 20 Milliarden Euro verringert, dann könnte sie erst im Sommer 2019 die Notenpresse abstellen. Im Juli 2017, als der EUR/CHF-Kurs stark gestiegen war, hatten die Eonia-Sätze angezeigt, dass die Geldmärkte für 2018 mit zwei Erhöhungen des Einlagenzins (aktuell: -0,40%) rechneten. Das war ganz offenbar viel zu optimistisch.