Krisenjahr 2019: Wenn Draghi geht, kommt die Krise
+++ Euro mit Tiefstmarke bei 1,1410 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Krisenjahr 2019: Wenn Draghi geht, kommt die Krise

"Die Zeit des billigen Geldes in Europa sollte enden." Ferner sagt John Cryan, Chef der Deutschen Bank: "Wir sehen inzwischen Anzeichen von Blasen an immer mehr Stellen des Kapitalmarktes." Blasen lassen sich am besten mit höheren Leitzinsen, die in allen Ritzen der Märkte wirken, bekämpfen. Darin sind sich fast aller Ökonomen einig. Infolge könnte der EUR/CHF-Kurs über 1,20 steigen.

Es ist so einfach sein: Die EZB beendet wie US-Notenbank (Fed) und Bank von England ihre Anleihenkäufe, was die Zinsen schon einmal etwas nach oben bringt. Ferner steigt sie aus dem Negativzins-Regime aus. Die Banken in der Eurozone erholen sich, der Euro könnte seine zweistelligen Kursgewinne gegen den US-Dollar auf den Schweizer Franken ausweiten.

In der Praxis wird daraus aber nichts. Denn bei höheren Zinsen in der Eurozone...
  1. treten Zombieunternehmen zutage. Firmenpleiten, die die EZB mit ihrem Zinssozialismus bisher verhindert, werden nachgeholt.
  2. schreiben die mit Staatsanleihen vollgesogenen Banken, vor allem die in Italien, Spanien und Portugal, Verluste auf ihre Papiere.
  3. werden Staatsfinanzen und Schuldentragfähigkeit obigen Trios von den freien Marktkräften ernsthaft hinterfragt.
  4. wird der Euro gegen US-Dollar und asiatischen Währungen stärker. Der vom Export getriebene Wirtschaftsaufschwung Südeuropas kühlt sich ab.
  5. fallen Frankreich, Italien, Spanien und Portugal ihre hohen Sockelarbeitslosigkeiten infolge von Reformuntätitgkeit auf die Füße.

In der Eurozone werden sie sich also weiter durchmogeln. Das dürfte noch eine ganze Weile gut gehen, weil die Weltwirtschaft derzeit rund läuft, wovon die Europäer stark profitieren. Ferner wird Mario Draghi mit Billiggeld-Spritzen die Eurozone im Falle von Konjunkturdellen aufpäppeln. Schließlich dürfte er den Ansporn haben mit seinem Whatever-it-Takes als Euro-Retter in die Geschichtsbücher einzugehen.

Draghis Machenschaften kommen in der Regel erst heraus, wenn er sich bereits aus dem Staub gemacht hat. So war es bei Italiens Schuldentricks, mit denen sich das Land in die Eurozone geschummelt hat. Draghi war Ende der 1990er-Jahre Generaldirektor im italienischen Finanzministerium. Auch bei Goldman Sachs und Griechenlands Euro-Beitritt und dem Skandal um Monte dei Paschi taucht immer wieder der Name Draghi auf.

In zwei Jahren endet Draghis Amtszeit bei der EZB. Bis dahin werden die Währungshüter alles daran setzen, die Probleme in der Eurozone unter den Teppich zu kehren. Danach heißt es obacht geben.