Sichere Häfen: Gold vs. Immobilienfonds
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Sichere Häfen: Gold vs. Immobilienfonds

"Seit der Finanzkrise werden die österreichischen offenen Immobilienfonds mit Geld von Privatanlegern überschüttet", schreibt das Magazin "Gewinn". Wer darauf wetten will, dass Grund und Boden teurer wird, ist hier richtig. Gold gilt ebenfalls als sicherer Hafen. Als Wertspeicher hat das gelbe Edelmetall funktioniert, als Geldanlage bisher kläglich versagt.

Mit Immobilienfonds ist es so wie mit dividendenstarken Aktien: Es fühlt sich ganz wunderbar an, bis die Dividende gestrichen wird bzw. der Immobilienfonds die Rücknahme von Anteilen aussetzt. "Die Veranlagung in Immobilienfonds kann auch zu einem Kapitalverlust führen", klärt die Erste Group über die Risiken auf.

Aktien kann man jederzeit verkaufen, bei Anteilen von Immobilienfonds ist das nicht der Fall. Was passiert, wenn Anleger alle zum gleichen Zeitpunkt zum Ausgang rennen, konnte man während der Finanzkrise beobachten. In Deutschland und Österreich wurden seinerzeit etliche Immobilienfonds geschlossen.


Gold als Wertspeicher funktioniert: Das gelbe Edelmetall kostete beim Ausbruch der Euro-Krise 1.260 US-Dollar je Feinunze. Aktuell sind es 1.285 Dollar. Der Goldpreis in Euro kletterte etwas stärker von 1.020 auf 1.095 Euro. Hintergrund: Die Europäische Zentralbank (EZB) musste den Euro abwerten, um die Eurozone zu retten.

Als Geldanlage taugt Gold mit seiner durchschnittliche Jahresperformance von lediglich 0,7% bisher nicht. Mit Aktien ist man deutlich besser gefahren, wie die mitunter sehr kräftigen Anstieg von Atx und Dax zeigen.

Ausblick:
Weil die Immobilienpreise und damit auch die Mieten vielerorts stärker steigen als die Einkommen, neigt sich die Partystimmung bei Immobilienfonds dem Ende. Gold dürfte eher eine Konjunkturabkühlung in die Hände spielen. Die Notenbanken werden auf kurz oder lang noch mehr Papiergeld drucken.

Es gibt allerdings Risikofaktoren, die Goldfinger zuweilen übersehen:
  1. Wenn Unternehmen pleite gehen und faule Kredite nicht länger überrollt werden, kommt es zu einem Run auf Cash. Gold hat es dann schwer. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008 sank der Goldpreis unter 700 Dollar.

  2. Je stärker der Goldpreis steigt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Eingreifens der Regierungen und ihren Notenbanken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) könnte einen Teil seiner Goldreserven auf den Markt schmeißen wird, alsbald die Glaubwürdigkeit in Papiergeld schwindet.