EUR/CHF-Ausblick: Jetzt ist Stehvermögen gefragt
+++ Euro mit Wochenschluss auf 1,16 Franken +++
EUR/CHF-Kurs mit höchstem Stand seit knapp 3 Jahren...>
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EUR/CHF-Ausblick: Jetzt ist Stehvermögen gefragt

Ein Anstieg des EUR/CHF-Wechselkurses über 1,15 rückt etwas in die Ferne. Der Euro gibt sich mit dem bei 1,1455 Franken erreichten 31-Monatshoch erst einmal zufrieden. Die nun aufkeimenden Abwärtsrisiken können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Euro sein Potential noch nicht ausgeschöpft hat.

Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat sich auf hohen Niveau liegend noch einmal beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich im 2. Quartal 2017 um 0,6%. Im ersten Vierteljahr hatte es ein Plus von 0,5% gegeben. Können die Euroländer ihre hohe Wertschöpfung halten, wäre ein jährliches Gesamtwachstum von 2-2,5% drin.

Entscheidend ist der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenrate sank im Juni mit 9,1% auf den tiefsten Stand seit achteinhalb Jahren. Sollte der Jobaufbau weitergehen und die Arbeitslosenrate auf 7% fallen, wäre ein Anstieg des Euros über 1,20 Franken denkbar.

Unsicherheitsfaktoren

Die Börsenbarometer der Eurozone haben trotz des robusten Wachstums bisher eine magere Performance hingelegt. Der Dax schaffte seit Jahresbeginn 7%, Frankreichs Leitindex CAC 40 lediglich 5,5%. Der amerikanische Dow Jones legte bis dato um 11% zu, und das, obwohl die Konjunktur in der Eurozone stärker war als in den USA.

Die Schweizer Wirtschaft darf man nicht unterschätzen. Das KOF-Konjunkturbarometer ist im Juli über seinen historischen Mittelwert gestiegen. Darin ist der steile Anstieg des Euros von 1,10 Franken auf 1,1455 Franken noch nicht enthalten. Die Abschwächung des Frankens dürfte das Geschäftsklima in vielen eidgenössischen Unternehmen weiter aufhellen.

Nachdenklich stimmt die Fiskalsituation vieler Euroländer. Trotz guten Wachstumsraten und niedrigen Zinsen schaffen es Spanien und Portugal nicht, ihr Haushaltsdefizit unter 3% der Wirtschaftsleistung zu drücken. Auch Italien und Frankreich haben große Mühe. Das war während des Aufschwungs von 2004 bis 2007 noch völlig anders.