Dezimierung des Frankens schreitet voran
+++ Euro erholt sich von 1,1410 auf 1,1460 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Dezimierung des Frankens schreitet voran

Auf dem Schweizer Franken lastender Verkaufsdruck wird größer. Der EUR/CHF-Kurs steigt mit auf 1,1050 auf den höchsten Stand im laufenden Jahr. Weil es momentan keinen Grund gebe Wertschriften in Franken zu halten, dürfte der Euro weiter zulegen, sagt die UBS. Ihre Wechselkursprognose: 1 Euro = 1,13 Franken.

Der EUR/CHF-Kurs kletterte in den letzten zweieinhalb Wochen von 1,0830 auf 1,1050 (+2,03%). Der Anstieg reicht den Devisenexperten der Nomura Bank bereits aus, um die Erwartungen hoch zu schrauben. Sie sagen: "In der kurzen Sicht sei ein Überschießen auf 1,11-1,12 wahrscheinlich."


Rückenwind für den Euro kommt von den deutschen Zinsen. Der Zins auf 10-jährige Bundesanleihen hat sich über 0,50% festgebissen. Er macht bisher keine Anstalten auf den Stand von Ende Juni bei 0,25% zurückzufallen. In der Schweiz gibt es hingegen auf die Zehnjährigen mit einem Zins von 0,02% Magerkost.

Höhere Zinsen in Euroland führen dazu, dass Anleger mit Euros in der Geldbörse weniger Wertschriften aus der Schweiz kaufen. Dies hat den Anstieg des EUR/CHF-Kurses über 1,10 ermöglicht. Damit die Devisennotierung den Turbo zündet und Richtung 1,15 oder 1,20 klettern kann, muss als nächstes das in der Schweiz angestaute Geld weg.

Kurzum: Die Schweizer müssen sich in den Euro noch einmal verlieben, so wie sie es zwischen 2003 bis 2007 taten. Sie kaufen Wertschriften aus der Eurzone, weil sie an eine erfolgreiche Zukunft der Gemeinschaftswährung fest glauben. Risiken werden dabei zur Seite gewischt.

"Ich sehe eine etwas konstruktivere Haltung mehr Risiken einzugehen", sagt UBS-Vorstandschef Sergio Ermotti im Gespräch mit CNBC. Anleger hätten sich zuletzt stärker verschuldet. Dies sei ein Zeichen dafür, dass sie gewillt seien, höhere Risiken einzugehen, plaudert der Chef der größten Bank der Schweiz aus dem Nähkästchen.

Die UBS rechnet bis Ende 2017 mit einem Anstieg des Euros auf 1,13 Franken. Der Rest der Welt biete höhere Zinsen, während sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht bewege, zitiert Bloomberg den USB-Analyst Lefteris Farmakis. Dies führe dazu, dass sich Anleger von Franken-Wertschriften im Null- oder Negativzinsbereich trennen würden.