Wächst der Euro im Sommer über sich hinaus?
+++ Euro steigt auf 1,1405 Franken (19:43 Uhr)
Der Euro ist bei Spekulanten sehr begehrt...>
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Wächst der Euro im Sommer über sich hinaus?

Der Euro muss am Ball bleiben und noch eine Schippe drauflegen. Genau das könnte ihm wegen der guten Verfassung der Eurozone, die wie ein Magnet Kapital aus dem Ausland anzieht, auch gelingen. Die Unsicherheit, die dem Schweizer Franken oft in die Hände spielt, ist gänzlich verflogen. In trockenen Tüchern ist aber noch nichts. Es wird so oder so ein heißer Sommer.

Ende April 2017 ist die Unsicherheit extrem hoch. Der EUR/CHF-Kurs fristet vor der Frankreich-Wahl ein Schattendasein bei 1,07. Das Risk Reversal für einmonatige EUR/CHF-Optionen ist bei -3,8% (aktuell: -0,15%). Dann kommt es in Frankreich zu einer Niederlage der Euro-Gegnerin Marine Le Pen. Der Fortbestand der Eurozone ist gesichert, das Wachstum beschleunigt sich.

Egal ob die Optimisten oder die Schwarzmaler Recht behalten: Es wird spannend. Denn entweder gibt es neue Rekorde an den Börsen oder aber einen Kursrutsch. Die Eurozone befindet sich in einem Optimalzustand. Das Wirtschaftswachstum ist deutlich stärker als das viele dachten. Die jährliche Inflation ist mit 1,4% nicht stark genug, um eine Lockerung der Geldpolitik, die wachstumshemmend wäre, befürchten zu müssen.

Schockanstieg

Vor externen Schocks ist Euroland nicht gefeit. Gefahr lauert an der Wall Street. Dort müsse man sich auf fallende Kurse über den Sommer einstellen, sagt Bondguru Jeff Gundlach, Chef von DoubleLine Capital (Quelle: CNBC). Die Gretchenfrage: Wie reagiert der Schweizer Franken, wenn die Stimmung an den Finanzmärkten umschlägt?

Der EUR/CHF-Kurs ist die letzten beide Male, als es an den Aktienbörsen schepperte, nicht gesunken. Im August/September 2015 und Januar/Februar 2016, als China große Sorgen bereitete und Anleger eine US-Rezession befürchteten, konnte der Euro sogar zulegen. Er kletterte auf 1,10 Franken und 1,12 Franken.

Somit lässt sich argumentieren, dass schwache Vorgaben von der Wall Street dem Euro in die Hände spielen würden. Anders als in den USA ist der Konjunkturzyklus in der Eurozone nicht in einer Abreifungsphase. Investoren haben längst damit aufgehört der Eurozone den Rücken zuzukehren. Stattdessen nimmt man sie als Alternative zu den USA wahr.