EUR/CHF-Ausblick: Alles wird besser
+++ Euro sinkt auf 1,1420 Franken +++
Freiheit statt Sozialismus: Euro-Warnlampe blinkt...>
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EUR/CHF-Ausblick: Alles wird besser

Ist die Frankreich-Wahl ein Game-Changer? Oder stecken andere Gründe hinter dem kräftigen Anstieg des Euros auf knapp 1,09 Franken? Da wäre zum einen das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Auch profitieren die Eurozone und ihre Währung davon, dass eine US-Importsteuer vom Tisch ist. Hinzu kommt ein überraschender Anstieg der Inflation exakt auf die EZB-Zielmarke.

Das Marktsentiment gegenüber dem Euro ist aktuell so gut wie zuletzt vor 14 Monaten. Die von Devisenstrategen eng beobachtete Kennzahl, das so genannte Risk Reversal für einmonatige, aus dem Geld liegende EUR/CHF-Optionen, kletterte von -3,8% (20.04.17) auf -1,0% (26.04.17). Das ist der höchste Stand seit März 2016. Damals notierte das Risk Reversal bei -0,7%, der EUR/CHF-Kurs stand bei 1,09-1,10.

Die einfachste Erklärung für die Stimmungsaufhellung ist die Frankreich-Wahl. Die Euro-Gegnerin Le Pen hat so gut wie keine Chance mehr, nachdem sie den ersten Wahlgang verloren hat und nun eine Holocaust-Affäre ihre Partei erschüttert. Le Pens Niederlage hat ganz offensichtlich den Anstieg des Euros auf 1,0870 Franken, den höchsten Stand seit knapp fünf Monaten, ermöglicht.

Fester Euro

Dass sich der Euro hartnäckig über 1,08 Franken hält und bisher nicht zurückfiel, dafür dürfte die Nachrichtenlage verantwortlich sein. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel sei mit Donald Trump ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA möglich. Ferner haben die Republikaner eine Importsteuer auf ausländische Güter verworfen. Diese Steuer hätte Deutschland, dem Anker der Eurozone, sehr geschadet.

Ein weiterer Grund, weshalb der Euro bei 1,0840 Franken in den Mai tanzt, dürfte in den neuen Zahlen zur Inflation liegen. Die Verbraucherpreise in der Eurozone waren im April 2017 um 1,9% höher als im April 2016, teilte Eurostat mit. Es herrscht somit Preisstabilität. Die EZB strebt eine Inflationsrate knapp unter 2% an.

Wegen der höheren Teuerung sinkt die Gefahr, dass die südeuropäischen EZB-Mitglieder eine tiefe die Inflation als Vorwand nehmen, um über das Jahr 2017 hinaus Staatsanleihen mit Zentralbankgeld zu kaufen. Noch besser für den Euro wäre, würde die Inflation über 2% steigen, als damit den EZB-Zauberlehrlingen der Ausredenkatalog für eine Zinserhöhung abhanden käme.