Beginnt jetzt die Dezimierung des Frankens?
+++ Euro erholt sich von 1,1410 auf 1,1460 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Beginnt jetzt die Dezimierung des Frankens?

Anleger betteln schon fast, damit sie Geld in der Euro stecken dürfen. Der auf dem Euro lastende Kaufdruck wird größer. Deftige Gewinne an den europäischen Aktienmärkten erhöhen die Risikobereitschaft. Das führt dazu, dass der Schweizer Franken momentan ebenso wenig gebraucht wird wie der Internationale Währungsfonds (IWF) im Vorlauf der Finanzkrise.

Das Trump-Gewitter konnte den EUR/CHF-Kurs nur wenige Stunden aus der Bahn werfen. So zuckte der EUR/CHF-Kurs wegen eines im Raum stehenden Amtsenthebungsverfahrens und kräftigen Tagesverlusten an den Aktienmärkten (die sich wie die Frankenstärke als vorübergehend herausstellten) kurz auf ein 2-Wochentief bei 1,0865 zurück.

Momentan ist der Gleichlauf zwischen dem EUR/CHF-Kurs und dem Dax besonders ausgeprägt. Steigen die europäischen Aktienmärkte weiter, wofür die Chancen laut 🔗 diesem Ausblick sehr gut stehen, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Euro davon nicht profitieren sollte. Gegen den US-Dollar ist die Gemeinschaftswährung gerade auf 1,12 förmlich hochgeschossen.


Eine weitere Variable in der EUR/CHF-Gleichung ist die Häuserpreisentwicklung in der Schweiz. Laut einer neuen Studie von Goldman Sachs, die Bloomberg vorliegt, gibt es ernstzunehmende Anzeichen einer Überhitzung des Immobilienmarktes. Das wäre aus der Sicht jener, denen ein stärkerer Euro am Herzen liegt, eine schöne Sache.

Im Falle eines Preisrutsches der Schweizer Häuserpreise wäre die logische Konsequenz, dass sich viele Schweizer nach aussichtsreicheren Anlagemöglichkeiten im benachbarten Euroraum umsehen. Dies würde wiederum dazu beitragen, dass auf dem Devisenmarkt die Frankennachfrage sinkt und die des Euros steigt.

Fazit:
Den Schweizer Franken als sicheren Hafen braucht es nicht. Es sieht danach aus, als ob die Notenbanker mit dem Drucken von Unmengen an Zentralbankgeld alles richtig gemacht hätten. Die Fed hat ihre Bilanz auf etwa 25% der US-Wirtschaftsleistung aufgebläht. Die EZB ist auf dem Weg zu 50%. Aber: Den IWF wollten vor zehn Jahren auch schone einige abschaffen, weil damals scheinbar alles super lief.