Zur Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich im April
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Zur Lage von Franken-Kreditnehmern in Österreich im April

Während der EUR/CHF-Wechselkurs Sorge bereitet, freuen sich Österreichs Franken-Kreditnehmer über einen kräftigen Preisschub bei Wohnimmobilien. Auf den ersten Blick hilft der Immobilienpreisanstieg nicht, schließlich wollen die meisten nicht verkaufen. Der höhere Eigenwert verbessert allerdings die Kreditqualität und schirmt damit Häuselbauer vor dem Einfordern zusätzlicher Sicherheiten der Banken ab.

Beispiel:
Ein Franken-Kreditnehmer verschuldet sich im Jahr 2008 für 100.000 Euro. Bei dem damaligen Euro-Wechselkurs von 1,55 Franken ergibt sich eine Kreditsumme von 155.000 Franken. Aktuell ist 1 Euro 1,0684 Franken wert, was eine Kreditschuld von 145.077 Euro bedeutet. Als der Euro Mitte März auf 1,0825 Franken kletterte, lag die ständig schwankende Kreditschuld bei 143.187 Euro.

In Wien sind in den letzten sechs Jahren die Preise für Wohnungen um saftige 71,8% gestiegen, berichtet Statistik Austria. Es folgen Salzburg (+58,2), Innsbruck (+50,6%) und Graz (+41,6%). In ländlichen Gebieten legten die Immobilienpreise ebenfalls kräftig zu. Im Schnitt wurden Wohnimmobilien fernab der Großstädte seit 2010 um 25-35% teurer.


Dank der kletterenden Häuserpreise steigt der Wert der von Franken-Kreditnehmern hinterlegten Sicherheiten (Immobilienpfand). Dadurch wird die seit 2010 infolge des Niedergangs des EUR/CHF-Kurses kräftig gestiegenen Kreditschuld ausgeglichen.

Österreichs Banken haben von heimischen Fremdwährungskreditnehmern im Jahr 2015 eine Milliarde Euro mehr Sicherheiten für die ausstehenden Darlehen verlangt. Das dürfte in erster Linie auf den Frankenschock zurückzuführen gewesen sein. Wegen des Wegfalls der Euro-Stützgrenze bei 1,20 Franken hatte sich die Kreditschuld in diesem Jahr besonders stark erhöht.

In der langen Sicht sieht es freundlicher aus: Zwischen 2010 und 2016 hat sich der Euro von 1,48 Franken auf 1,07 Franken (-28%) abgeschwächt. Gleichzeit sind die Wohnimmobilienpreise im Schnitt um 30% gestiegen. Franken-Kreditnehmer stehen finanzierungstechnisch also ganz gut da. In den USA würden viele die Wertsteigerung nutzen, um eine höhere Hypothek aufs Haus aufnehmen und sich mit dem Geld ein neues Auto, TV etc. kaufen.

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