Wird aus dem Euro jetzt wieder eine Hartwährung?
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Wird aus dem Euro jetzt wieder eine Hartwährung?

Es hätte schlimmer kommen können: Die Wahl in Frankreich ist eine eurofreundliche. Die Gegnerin der Gemeinschaftswährung, Marine Le Pen, bekommt die zweitmeisten Stimmen. Das ist eine Überraschung. Demoskopen hatten sie an erster Stelle gesehen. Dort landet der bekennende Europäer Emmanuel Macron. Für den EUR/CHF-Kurs geht es auf 1,0836 Franken hoch. Jetzt heißt es Farbe bekennen.


Sollte der Euro auf 1,06-1,07 Franken zurückkehren, würde das zeigen, dass die Wahl in Frankreich nie eine ernsthafte Bedrohung darstellte. Sie war im Grunde genommen nur ein Steigbügelhalter für die Research-Abteilungen vieler Banken. Mit Einlassungen zum Wahlausgang ließen sich die Devisenkolumnen füllen. Seit Jahresbeginn wird hysterisch vor dieser Wahl gewarnt.

Weil Le Pen den ersten Wahlgang verloren hat, wird sie zu 99% auch den zweiten Wahlgang verlieren. Der EUR/CHF-Kurs schießt von 1,0695 auf 1,0836 hoch. Nach dem Brexit und dem Wahlsieg von Donald Trump wird es nicht zu einem weiteren Überraschungscoup kommen. Der europafreundliche Ausgang der Wahlen in den Niederlande hatte das bereits angedeutet.

Weichwährung auf immer und ewig

Wenn es dem Euro jetzt nicht gelingt Boden gegenüber dem Schweizer Franken dauerhaft gutzumachen, dann wohl nie. Der letzte Strohhalm für die Euro-Optimisten wäre dann die EZB. Beginnt sie vom Gaspedal zu gehen, was sie irgendwann tun wird, weil sie ansonsten Europas Bankensektor ruiniert, müsste der EUR/CHF-Kurs steigen. Aber auch mit diesem Ausblick könnten die Optimisten falsch liegen.

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass der Euro chancenlos ist. Wäre beim EUR/CHF-Kurs tatsächlich ein nachhaltiger Anstieg möglich, müsste die Schweizerische Nationalbank (SNB) nicht so sehr intervenieren. Die SNB stützte den Euro in den letzten Monaten jedoch so stark wie seit dem Mindestkurs-Aus nicht mehr.

Nur wenige glauben noch, dass aus dem Euro, den Draghi und Co. so weich wie Schweizer Käse gemacht haben, wieder eine Hartwährung wird. Sonst würden die ersten Spekulanten auf einen Anstieg wetten. Sie tun es aber nicht. Es gilt vielmehr: Einmal Weichwährung, immer Weichwährung. Bevor die EZB im Jahr 2010 mit dem Tabubruch "Ankauf von Staatsanleihen zweifelhafter Bonität" begann, war 1 Euro noch 1,40 Franken wert.