Verwirrspiel der 0%-Notenbanker überträgt sich auf EUR/CHF
+++ Euro erholt sich von 1,1410 auf 1,1460 Franken +++
Tücken des deutschen Wahlergebnis für den EUR/CHF-Kurs...>
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Verwirrspiel der 0%-Notenbanker überträgt sich auf EUR/CHF

Der Euro berappelt sich, und so steigt der EUR/CHF-Kurs von einem 5-Wochentief bei 1,0668 auf 1,0720. Zwei Banken in Italien melden Ansprüche an, auf Steuerzahlers Kosten rekapitalisiert zu werden. Eigentlich sollte es das nicht mehr geben. Ferner schlagen die 0%-Notenbanker wieder zu. Sie reden etwas vor einer Normalisierung der Geldpolitik daher, obschon das so ziemlich unmöglich ist.

Von der EZB-Bankenaufsicht kommt grünes Licht die Banca Popolare di Vicenza und die Veneto Banca mit 6,4 Milliarden Euro zu stützen. Die beiden Geldhäuser hatten zuvor bereits Staatshilfen beantragt. Damit steht Italiens Finanzsektor ein klein wenig besser da. Dafür steigen aber die Staatsschulden, so dass italienische Anleihen dem Ramschniveau noch ein Stück näher kommen.

"Von einer Normalisierung (der Geldpolitik) sind wir aber noch weit entfernt", sagt SNB-Chef Thomas Jordan. Die bisherige Geldpolitik werde so weitergeführt", kündigt Jordan in der Gesprächsreihe The Talk @ The Studio an. Daran ändere auch nichts, dass sich nach Einschätzung des obersten Währungshüters der Eidgenossenschaft Konjunktur und Inflation in Europa und in der Schweiz in die richtige Richtung bewege.

Worthülsen

In die gleiche Kerbe schlägt Finnlands Notenbankchef, EZB-Ratsmitglied Erkki Liikanen. "Wir haben betont, dass die Zinsen auch über das Ende der Anleihekäufe hinaus niedrig bleiben, erklärt Liikanen, dem Ambitionen auf Draghis Nachfolge nachgesagt werden, im Gespräch mit dem deutschen Handelsblatt.

Die 0-Prozent-Notenbanker tun so, also sei es im Bereich des Möglichen die Leitzinsen auf 5% (Eurozone) bzw. 3% (Schweiz) anheben. Solche Zinsniveaus wären erforderlich, damit man tatsächlich von einer Normalisierung der Geldpolitik sprechen könnte. In der Praxis ist es aber so, dass es sich EZB und SNB nicht einmal leisten können, die Negativzinsen abzuschaffen.

Aus charttechnischer Sicht überwiegen weiter die Signale für eine Euro-Abwärtsbewegung Richtung 1,06 Franken. Es gibt aber ein wenig Hoffnung. So sank der Euro zwar auf ein 5-Wochentief bei 1,0668 Franken. Der Tagesschlusskurs lag aber bei 1,07 und damit über einer wichtigen Unterstützung, die bei 1,0680 entlang verläuft. Solange dieses Niveau hält, kann es auch jederzeit zu einem Anstieg auf 1,0750-1,0760 kommen.