2018 wird Jahr des Euro
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2018 wird Jahr des Euro

Er rechne nicht damit, dass der Franken in nächster Zeit gegenüber dem Euro spürbar abwerteten werde, sagt Hans Hess, Präsident der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (Swissmem). Man habe den starken Franken zwar geschluckt, aber wahrscheinlich noch nicht verdaut, erläutert Hess und verweist auf die gesunkenen Gewinnmargen der Unternehmen, die kaum noch etwas an ihren Produkten verdienen.

In den USA gibt es erste Anzeichen einer Konjunkturüberhitzung. Die Notenbank Fed könnte sich daher gezwungen sehen, den Leitzinssatz noch in diesem Monat zu erhöhen. Für den Schweizer Franken wäre das ein Grund sich gegenüber dem US-Dollar abzuschwächen. Den margenschwachen Swissmen-Unternehmen wäre damit kaum geholfen. Für sie ist Eurozone der mit Abstand wichtigste Handelspartner.

Es kommt daher auf die EZB an. Sie müsste theoretisch die Zinsen erhöhen, weil die jährliche Inflation in der Eurozone im Februar auf 2% gestiegen ist. In der Praxis ist man aber noch lange nicht so weit. "Da die inflationstreibenden Energiepreiseffekte nun auslaufen, geht es in den kommenden Monaten mit den Teuerungsraten bereits wieder bergab. Letztlich handelte es sich beim Inflationsanstieg also um ein kurzes Intermezzo", kommentiert die VP Bank aus Liechtenstein.

Hinterzimmer-Plan

Das Anleihekaufprogramm der EZB wird wohl frühestens in der ersten Jahreshälfte 2018 auslaufen. Erst danach kämen Leitzinserhöhungen in Frage. Die Euro-Bosse vertrauen darauf, dass ihr Plan aufgeht. In diesem Jahr muss man wegen den Wahlen in Frankreich, Niederlande, Deutschland und womöglich auch in Italien möglichst viele Staatsanleihen mit Zentralbankgeld kaufen, um die Risiken in der Eurozone zu verschleiern.

2018 sollen dann die Verhandlungen über eine Fiskalunion beginnen. Jetzt könnten Juncker, Draghi und Co. kommunizieren, wie die Eurozone bis 2030 fortentwickelt werden soll. Es wird darum gehen, Geld von den reichen Euro-Nordstaaten in den Süden zu transferieren (Schuldenerlass, gemeinsame Einlagensicherung, gemeinsame Arbeitslosenversicherung etc.). Dadurch kann die EZB, die diese Aufgaben bisher wahrnahm, ihre Wertpapierkäufe beenden.

Der Deal wird in etwa so aussehen: Deutschland, Österreich und Co. bekommen von der EZB höhere Zinsen, müssen aber im Gegenzug Transferleistung und Bürgschaften für den Süden übernehmen. Für den Euro würde eine solche Lösung viel Aufwärtspotenzial bedeuten.