8 Wochen, dann Ausrufezeichen
+++ Euro steigt auf 1,1380 Franken (16:51 Uhr)
Der Euro ist bei Spekulanten sehr begehrt...>
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8 Wochen, dann Ausrufezeichen

Für den Euro geht es zurück auf Los, und so notiert der EUR/CHF-Kurs aktuell bei 1,0730. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer Geldpolitik der ruhigen Hand fest. Sie vertraut darauf, dass der von Wolfgang Schäuble beobachtete Wind of Change über die Eurozone zieht. Ist in acht Wochen das Abenteuer mit der wirtschaftsfeindlichen Politik vorbei?

"Der Franken ist nach wie vor deutlich überbewertet. Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, dienen dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern", heißt es in der neuen Lagebeurteilung der SNB.

Wäre es ein Wind of Change der Populisten, der über Europa zieht, würden die zwei Säulen der Schweizerischen Währungspolitik (Negativzins und Euro-Stützungskäufe) umgeworfen. Es handelt sich allerdings um ein Wiederstarken der europafreundlichen Kräfte, wie das Wahlergebnis in den Niederlanden und der Beliebtheitsschwund bei den südeuropäischen Linksnationalisten zeigt.

Frankreichs Missmanagement

Zwar habe Europa offensichtlich einige Probleme, "aber wenn Sie genau hinsehen, dann spüren Sie einen gewissen Wind of Change", sagt Wolfgang Schäuble auf einer Konferenz des Internationalen Bankenverbands IIF laut der Nachrichtenagentur Dow Jones. Und weiter: "Ich bin ziemlich optimistisch, dass Frankreich am Ende die richtige Entscheidung treffen wird".

Damit lautet die Gretchenfrage für den EUR/CHF-Kurs: Kommt es zu einem kräftigen Anstieg, wenn die Franzosen Marine Le Pen in acht Wochen die Präsidentschaft verweigern? Gut möglich. Die Situation ist anders als in den Niederlanden. Nach dem Wahlerfolg des amtierenden Ministerpräsidenten Rutte klettert der Euro zwar kurz auf 1,0750 Franken. Er fällt aber anschließend unter 1,07 zurück.

Neben der Niederlage von Le Pen wäre die wirtschaftsfeindliche Politik der Sozialisten unter Präsident Hollande zu Ende. Sie ist die Wurzel des Übels. Hollande hatte vor fünf Jahren mit unhaltbaren Wahlversprechen und seiner Schuldenpolitik die Euro-Südstaaten von Reformen abgebracht. Ferner hat er Frankreichs Rückstand zu Deutschland in Sachen Wirtschaftsleistung vergrößert.